Rezension: Ehrlich & Söhne – Bestattungen aller Art (Ewald Arenz)

4faesschen
(C)ars vivendi verlag

Die Brüder Samuel und Johannes Ehrlich sind mit dem Bestattungsunternehmen ihres Vaters aufgewachsen und auch wenn sie inzwischen eigenen Interessen nachgehen, springen sie ein, wenn das Familienunternehmen Hilfe braucht. Zunächst einmal geht es da um die Oma, die nun endlich bereit ist, ins Altersheim zu ziehen, aber bei der Ankunft der Enkel leider schon verstorben ist. Gut, dass der Umzug im Leichenwagen stattfinden sollte, nun ist sogar das richtige Fahrzeug schon bereit. Ein Verkehrspolizist staunt also nicht schlecht, als ihm bei der „Kofferraumkontrolle“ eine Leiche im Bett entgegensieht.
Und auch sonst geht es in diesem temporeichen, mit schwarzem Humor gespickten Roman, um Bestattungen, Tod und natürlich Leichen, denn auch Familie Ehrlich hat überraschenderweise eine Leiche im Keller. Sie taucht aus der Vergangenheit auf und ist ausgerechnet die einer lang vermissten RAF-Terroristin. Da ist die ganze Familie gefordert.

Ewald Arenz legt einen witzigen Roman vor, der mittels Rückblenden die Geschichte einer nicht ganz alltäglichen Familie erzählt. Da ist die Großmutter mit ihren verschiedenen Männern, die Mutter mit dem Tierfimmel, die Tante, die sich in den gleichaltrigen Neffen verliebt und damit noch mal eine besondere Brisanz in den schon ohnehin skurrilen Alltag der Familie bringt. Was nie zu kurz kommt, ist die Wärme, die die Protagonisten füreinander empfinden. Ich denke, das macht auch einen großen teil meiner Sypathie für das Buch aus.
Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt sich sehr gut lesen. An manchen Stellen musste ich laut lachen, aber zumindest doch auch immer ein wenig grinsen. Wenn man die witzigen Episoden und Wortwechsel mal beiseite lässt, bleibt dennoch eine interessante Story, die sich von der letzten Kriegsjahren über die 70er Jahre hin bis in unsere Zeit hinzieht.
Bei den Zeitwechseln war allerdings nicht immer sofort klar, in welcher Zeit man sich gerade befindet, besonders wenn der Ich-Erzähler Samuel zu Wort kommt.
Alles in allem eine nette, leichte Lektüre für Zwischendurch.

© Tintenelfe

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Sylvia Lüdke
    Mai 20, 2012 @ 10:16:55

    Eine schöne Seite mit vielen guten Rezi´s zu Büchern, wobei man auch mal in ein anderes Genre reinschnüffeln kann. Hab mir Deine Seite gleich mal zu den Favoriten hinzugefügt. Hüpfe in den Lostopf für mbdb.

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