Markus Heitz: Oneiros [Rezension]

Keine Zwerge, keine Vampire, keine Werwölfe, keine Dämonen!
Markus Heitz bricht mit „Oneiros“ zu neuen Ufern auf, zumindest verlässt er (vorübergehend) die gewohnten Gestade und überzeugt mit einen mystischen Thriller, der den „Gevatter Tod“ mit seinen Mythen und Legenden zum Thema hat.
5faesschen
(c)Knaur

In einem Airbus sterben auf mysteriöse Weise auf einen Schlag sämtliche Insassen und das Flugzeug rast ungebremst in einen Terminal und richtet dort noch mehr Unheil an. Während Polizei und Geheimdienste noch nach der Ursache fahnden, ist der einzige Überlebende bereits in Gefahr. Doch gab es nur einen Überlebenden?
Konstantin Korff, Bestatter und begnadeter Thanatologe, erhält einen Auftrag, der mit dem Unglück im Zusammenhang steht, und wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Noch ehe er sich versieht, gerät er in den Strudel der Machenschaften geheimer Organisationen, mit denen er abgeschlossen zu haben glaubte. Während er noch versucht, das Beste aus der Situation zu ziehen, sieht er sich mit Kristin von Windau, einer Wissenschaftlerin mit eigenen Zielen konfrontiert.
Sie alle umgibt ein furchtbarer Fluch…

Der Leser wird langsam in die Welt der „Todesschläfer“ und ihrers Fluches eingeführt, nur langsam offenbaren sich die Ausmaße und Zusammenhänge. Mehrere Handlungsstränge führen von verschiedenen Seiten an das Thema, untermalt mit Zitaten und kurzen Märchen zum Thema Tod.
Mich hat das Buch sofort in seinen Bann geschlagen und ich brannte förmlich darauf, die Menschen und ihre Motive, aber auch das mystische Geheimnis des Fluches näher zu ergründen. Die Charaktere sind glaubwürdig in ihren Motivationen, lebendig und tiefgehend. Allerdings waren sie mir allesamt mit ihren Fähigkeiten, ihrer Waffenausrüstung und ihren Kenntnissen manchmal zu sehr „James Bond“.
Heitz schreibt sehr anschaulich, so dass man sich das Gelesene eins zu eins als Film vorstellen kann. Ob einem das bei den ekligeren, blutigen Szenen behagt, kommt dann wohl auf die Empfindlichkeit des Lesers an. (Allerdings muss ich als Verweigerer blutspritzender Psychothriller dazu sagen, dass ich das Buch gut lesen konnte, ohne Alpträume befürchten zu müssen.)
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die Handlung ist komplex, aber nicht verworren, die Charaktere waren „zum Anfassen“ und keineswegs stereotyp und die Spannung wird durchgehend gehalten.

Auch wenn Markus Heitz nicht völlig ausschließt, dass es eine Fortsetzung geben könnte, so hoffe ich, dass es soweit nicht kommen wird. Ich habe es sehr, sehr genossen, inmitten des Trilogie-Wahns der Buchbranche mal wieder einen Stand-alone zu lesen. Das Buch ist in sich stimmig und der Abschluss befriedigend. Da es für mich besonders spannend war, den Fluch ergründen zu können und vor allem diese tollen Charaktere kennen zu lernen, würde eine Fortsetzung für mich zu einer „Verlängerung“ verkommen.

Nachtrag: Gerade habe ich „Cello“ von Lindenberg und Clueso im Radio gehört. Schon beim Lesen habe ich daran gedacht und nun wird das Lied wohl für mich mit „Oneiros“ verbunden sein. Dabei kann das Lied nur gewinnen, der Text ist sprachlich so unglaublich schlecht. 😉

© Tintenelfe

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6 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Litis
    Jun 27, 2016 @ 13:09:13

    Huhu,

    das Buch liegt noch bei mir und will gelesen werden. ^^ Ich muss sagen, deine Rezi macht es mir wieder richtig schmackhaft.

    Lieben Gruß
    Steffi

    Gefällt 1 Person

    Antwort

  2. Trackback: Ich freue mich auf… Neuerscheinungen im August | Tintenhain
  3. Charlie
    Jul 28, 2012 @ 17:26:16

    Das Buch hat mein Vater gerade gelesen! Ihm hat es auch gefallen 😉 Kennst du vielleicht noch andere Bücher in der Richtung (ich kann mir ja schon Mal was für Weihnachten überlegen ;)) Ich hab dich übrigens getagged http://keinezeitfuerlangeweile.blogspot.de/2012/07/tag-mein-herzbuch.html Falls du Lust hast 😉 Ich bin gespannt!
    LG
    Charlie 😉

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