Donna Freitas: Wie viel Leben passt in eine Tüte [Rezension]

Cover (c) Thienemann Verlag

Rose verliert mit 16 Jahren ihre Mutter. Ihre Trauer ist tief, sie ist wie gelähmt und schafft es kaum weiterhin am Leben teilzunehmen. Sie gibt das Cheerleading auf, trifft sich nicht mehr mit Freunden und selbst von ihrem Freund Chris kann sie keine Berührungen ertragen. Auch Bruder Jim und ihr Vater sind keine Hilfe, der eine weit weg auf dem College der andere tröstet sich lieber mit Alkohol.
Einen kleinen Lichtblick hat Rose dennoch: Am Tag der Beerdigung findet sie ein „Survival Kit“, ein letzter Gruß ihrer Mutter. In der braunen Papiertüte befinden sich neben einem Bild von Pfingstrosen, einem I-Pod, einem Glasherzen und einem Papierstern auch Buntstifte und ein Papierdrachen. An der Hand der Erinnerungen an ihre Mutter lernt Rose wieder ins Leben zu gehen. Doch welchen Weg sie dabei auch nimmt, jeder Weg scheint zu Will zu führen, einem Jungen, der seinen Vater verloren hat und der Rose besser versteht als jeder andere.

Donna Freitas beschreibt gefühlsvoll und mit einfachen Worten, wie Rose in ihrer Trauer versinkt, was das Mädchen bewegt und wie sie langsam den Weg aus ihrem Schneckenhaus findet. Was zunächst aussieht wie ein Schicksalsroman entpuppt sich bald als Liebesgeschichte. Diese ist sehr zart gezeichnet und Roses Gefühle sind unaufdringlich authentisch dargestellt.

„Wie viel leben passt in eine Tüte“, im Original „Survival Kit“, lässt sich sehr flüssig lesen und hat mir eine schöne und anrührende Lesezeit beschert. Das wunderschön gestaltete Buch ist in vier unterschiedlich lange Teile gegliedert. Mir kamen hier die vier Trauerphasen in den Sinn und ich vermute, dass sich die Einteilung darauf bezieht. Die einzelnen Kapitel sind mit bekannten Songs aus Roses Playlist überschrieben und bilden den Soundtrack zum Buch.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es bekommt von mir eine klare Leseempfehlung. Das Lesevergnügen wurde nur durch eine Sache getrübt: Die Geschichte bedient sich leider sämtlicher Highschool-Klischees, die ich kenne. Nicht nur, dass Rose, die beliebte, hübsche Cheerleaderin, mit dem Quarterback – selbstverständlich der begehrteste Junge der Schule – zusammen ist. Sie ist auch so beliebt, dass es kein Problem ist, wenn sie über lange Zeit alle vor den Kopf stößt. Auch alle anderen Personen sind entweder gutaussehende Sportskanonen oder haben zumindest ein anderes herausragendes Talent. Auch der Abschlussball darf natürlich nicht fehlen. Mir fiele jetzt noch mehr ein, aber ich will nicht spoilern.

Wer also Lust auf ein gefühlvolles, gut geschriebenes Buch mit einer anrührenden Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen hat, ist mit Donne Freitas‘ Roman „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ gut beraten.

Vielen Dank an blogdeinbuch und den Gabriel Verlag für das Leseexemplar.
4 Faesschen
Wie viel Leben passt in eine Tüte – Donna Freitas
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Gabriel Verlag; Auflage: 1. (27. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3522303121
ISBN-13: 978-3522303125
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Originaltitel: Survival Kit

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© Tintenelfe

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4 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Maria
    Jun 07, 2014 @ 13:11:39

    Ich bin auf den Titel aufmerksam geworden^^ Das Buch kommt definitiv auf meine Wunschliste!

    LG Maria

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  2. privatkino
    Nov 04, 2012 @ 18:14:49

    Klasse Rezension, kann dir nur zustimmen – es wäre ein großartiges Buch, wenn da nicht diese erzwungene Perfektion wäre. Allerdings war mir die Liebesgeschichte auch ein bisschen zu viel, zumindest hat es für mich das Thema Trauer ein wenig in den Hintergrund gedrängt.

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  3. buzzaldrinsblog
    Okt 30, 2012 @ 12:38:49

    Das klingt nach einer sehr schönen Lektüre. Danke für deine Besprechung, ohne die ich wohl nicht auf das Buch aufmerksam geworden wäre … 🙂

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    Antwort

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