Patricia Briggs: Aralorn – Die Wandlerin (1) [Rezension]

Aralorn - Cover (c) Lübbe Verlag

Gerade habe ich „Aralorn – Die Wandlerin“ zu Ende gelesen und ich setze mich heute sofort an die Rezension, um die Magie des Buches noch länger auskosten und noch länger bei den Helden verweilen zu können. Schon länger hat mich kein Buch mehr so zu fesseln vermocht, vor allem in einer Zeit, in der Hektik und Zeitmangel meinen Tagesablauf bestimmen.

Aralorn ist eine Gestaltwandlerin und damit bestens geeignet für den Job einer Spionin, dem sie mit Geschick und Leidenschaft nachgeht. Zur Seite steht ihr dabei ein Wolf, den sie einst aus einer Fallgrube rettete, und der mehr zu sein scheint, als er vorgibt. Ihr neuester und vielleicht auch gefährlichster Auftrag führt sie in die Burg des ae‘ Magi, des mächtigsten Magiers des Reiches. Immun gegen die Beeinflussung durch seine Magie stellt Aralorn schnell fest, dass dieser Magier nicht nur seine Macht missbraucht, sondern der Hunger nach dieser Macht unersättlich ist. Mit diesem begibt sie sich in Gefahr…

„Aralorn – Die Wandlerin“ ist der Debütroman von Patricia Briggs, der es vor etwa 20 Jahren nicht zu dem Erfolg gebracht hat, wie die „Mercy-Thompson“-Reihe. Anders als diese von mir sehr gern gelesene Reihe, die zur Urban Fantasy zählt, handelt es sich bei Aralorn um High Fantasy.

Die Figuren bei Patricia Briggs sind wie immer wunderbar ausgearbeitet und überzeugend.
Im Mittelpunkt steht mit Aralorn eine starke Frau, die sich selbst behaupten kann und sehr einfühlsam ist. Ihr zur Seite steht ein zugegebenermaßen klischeehafter „einsamer Wolf“, verletzt, unzugänglich, zugleich stark und anziehend, der an Aralorns Seite seine Liebe zum Leben wieder findet. Jedoch erlangt diese Beziehung zwischen den beiden, die vor Spannung strotzt, aber auch feinen Humor nicht vermissen lässt, nicht das Hauptaugenmerk der Geschichte, sondern sie klingt immer wieder dann an, wenn der Kampf gegen das Böse nach etwas Abwechslung verlangt.
Diese Ausgewogenheit hat mir sehr gut gefallen.
Die Welt der Magie, die recht vielfältig ist, ist einfach zu verstehen und die Wesen der mittelalterlich anmutenden Fantasywelt im Grunde bekannt, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut. Ich konnte mich ganz in die Geschichte fallen lassen.
Umso mehr freut es mich, dass es einen zweiten Teil gibt, auch wenn die Handlung an sich durchaus als abgeschlossen gelten kann. Aber ich habe auf jeden Fall Lust, noch mehr über Aralorn zu lesen und auch mehr über die mystische Seite vor allem der Nordlande zu erfahren.

Band 1: Aralorn – Die Wandlerin
Band 2: Aralorn – Der Verrat

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Bewertung: 5 Faesschen
Patricia Briggs: Aralorn – Die Wandlerin
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404206878
ISBN-13: 978-3404206872
Originaltitel: Masques
Preis: 9,99€

© Tintenelfe

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7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Soleil
    Dez 08, 2012 @ 22:29:52

    Mir hat der erste Teil auch recht gut gefallen, wenn ich auch nicht so sehr begeistert war, weil man ihm trotz Überarbeitung das Debüt anmerkt. Trotzdem habe ich mir den zweiten gekauft und lese ihn gerade. Er gefällt mir sehr viel besser. 🙂

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    • Tintenelfe
      Dez 09, 2012 @ 09:46:09

      Ich glaube ja, wie gut einem ein Buch gefällt, hängt zusätzlich noch von äußeren Faktoren ab. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass es ihr Debutroman war, das hatte ich erst herausgefunden als ich auf der Suche nach einem zweiten Teil war. Zudem hatte ich nun schon lange keine klassische Fantasy mehr gelesen und habe mich total darauf eingelassen. Aber in erster Linie war ich endlich mal total entspannt und habe das erste Mal seit Wochen zwei Stunden am Stück lesen können. Für die erste Hälfte des Buches hatte ich einige Tage gebraucht und durch die zweite rutschte ich an einem Stück durch.
      Soviel zu den äußeren Faktoren, das Buch hat mich eben auch einfach auf dem richtigen Fuß erwischt. 🙂
      Nichtsdestotrotz finde ich die Figuren toll und die Entwicklung der Beziehung zwischen Aralorn und Wolf hat mir viel Vergnügen bereitet. Ich mage es auch sehr, wenn eine Autorin es versteht, eine Liebesgeschichte einzubauen, ohne dass das Buch zu einem Seufzerroman verkommt, in dem man ständig die Schwärmereien der Protagonisten um die Ohren geschlagen bekommt. (Ich lese so etwas auch mal gern, dann aber gezielt.) Ich finde, dass Patricia Briggs das ganz wunderbar beherrscht.
      Vom zweiten Teil habe ich bisher nur eine Rezi bei Lovelybooks gelesen, die Leserin fand aber den ersten Teil besser. Ich bin gespannt, wie Dein abschließendes Urteil lautet. 🙂

      Herzliche Grüße von der Tintenelfe

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      • Soleil
        Dez 09, 2012 @ 11:08:18

        Da hast Du vollkommen Recht, darum breche ich auch mal ein Buch ab, wenn ich spüre, dass es irgendwie gerade nicht die rechte Zeit dafür ist. Also nicht, weil es schlecht wäre, sondern nur, weil ich glaube, dass uns ein späterer Zeitpunkt besser bekommen würde.
        Dass es sich um Debüt handelt, wusste ich beim lesen selbst übrigens auch noch nicht so recht. Bissl recherchieren tue ich meist erst, wenn ich die Rezi schreibe und da habe ich an und für sich das Buch schon aus. 🙂
        Das zweite unterscheidet sich handlunstechnisch vom ersten Buch, vielleicht ist es das, was ihr besser gefallen hat? Nun ich bin gerade über mittig hinaus und muss erst mal weitersehen.

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  2. Evanesca Feuerblut
    Dez 08, 2012 @ 19:35:43

    So begeistert? 😀
    Das klingt toll… ich suche derzeit mal wieder nach Fantasybüchern, die KEINE Jugendbücher sind und mal ein wenig vom normalen Pfad abweichen.
    Gehört das dazu oder ist das eher eine „klassische“ Heldenreise?

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    • Tintenelfe
      Dez 08, 2012 @ 19:38:22

      Hm, also das Reich ist natürlich vom Oberbösewicht bedroht und Helden sind auch dabei. Ist aber keine Quest mit Reisen und Aneinanderreihung von Gefahren, denen getrotz werden muss.

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      • Evanesca Feuerblut
        Dez 09, 2012 @ 16:01:49

        Das klingt gut! 😀
        Denn von Reise-Fantasie gibts mittlerweile mehr als zu viel…

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      • Tintenelfe
        Dez 09, 2012 @ 21:04:05

        Soleil ist da ja etwas kritischer, vielleicht schaust Du Dir mal ihre Rezension an. Ich bin immer so gern unverantwortlich dafür, wenn jemand etwas liest, das ich toll fand und sich dann damit herum quält. 😉 Hat auch ewig gedauert bis ich in meinem Lesekreis mal was vorgeschlagen habe.

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