Ellen Alpsten: Halva, meine Süße [Rezension]

(c) Coppenrath Verlag
Seit 10 Jahren lebt die achtzehnjährige Iranerin Halva mit ihrer Familie in Deutschland. Die Flucht aus dem islamischen Staat, in dem das Alltagsleben von Frauen stark reglementiert ist und der Vater nur mit Mühe der Folter in einem iranischen Gefängnis entfliehen konnte, gelang nur mit Hilfe von einflussreichen Freunden.

Halvas älterer Bruder Mudi ist der ganze Stolz der Familie und mit Beginn seines Jurastudiums erfüllt er pflichtbewusst die Hoffnungen und Erwartungen seiner Eltern, die sich mit einem kleinen Café eine neue Existenz aufgebaut haben. Als Halva und Mudis Kommilitone Kai sich auf einer Party kennenlernen, verlieben sie sich ineinander. Was anfangs kein Problem zu sein scheint, wird schon bald auf eine schwere Probe gestellt, denn es kommen Briefe aus dem Iran von dem Freund, der ihnen damals zur Flucht verhalf und der nun seinen Preis einfordert…

„Halva, meine Süße“ ist ein Buch, auf das ich mich gefreut hatte, nicht zuletzt aufgrund der guten Bewertungen, die ich auf vielen Blogs gelesen hatte.
Umso mehr bin ich von dem Buch enttäuscht.

Von Anfang an hatte ich das Gefühl „Nachhilfe“ zum Thema „Iran“ zu bekommen, wobei mir Vieles klischeehaft vorkam. Das einzig Positive, was man in diesem Buch zum Iran findet, ist das Essen. Das liest sich dann wiederum manchmal ein bisschen wie aus einem Reiseführer.
Ich war dann auch nicht mehr überrascht festzustellen, dass es sich bei Ellen Alpsten um eine deutsche Autorin handelt.

Das Buch lässt sich sehr schnell und flüssig lesen, die Gefühle zwischen Halva und Kai werden ausdrucksvoll beschrieben. Die Geschichte ist sehr emotional und hat es durchaus verstanden mich mitzureißen und die Zeit nur so dahinfliegen lassen. Viele der Charaktere sind für mich jedoch in ihren Handlungen nicht nur unüberlegt und naiv, sondern in ihrer Entwicklung geradezu unglaubwürdig (dazu mehr auf der Spoilerseite). Zeigt die Autorin in der ersten Hälfte des Buches noch, wie das Miteinander der Kulturen funktionieren kann, wenn beide Seite aufgeschlossen sind, schwenkt sie dann radikal um und bedient sämtliche Klischees, die mit dem Islam, Ehre und Zwangsheirat einhergehen.

Dies hat mir den Spaß an dem Buch dann leider doch sehr verdorben, trotz der schönen Liebesgeschichte und dem interessanten Thema.

2 Faesschen

Ellen Alpsten: Halva, meine Süße
(c) Coppenrath Verlag

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Coppenrath
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3649605988
ISBN-13: 978-3649605980
Alter: 14 – 17 Jahre

eingetragen in Challenge Deutschsprachige Autoren 2013

© Tintenelfe

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6 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Viktoria Booklover
    Jun 11, 2016 @ 11:48:37

    Hallo liebe Tintenelfe 🙂

    Eine schöne Rezension, aber schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich es damals sehr mochte, gerade wegen diesen leckeren Süßspeisen-Umschreibungen. 😀 Damals bin ich aber auch einfach noch nicht so wertend an das Lesen herangegangen, wie es heute der Fall ist, wenn man auf eine Rezi hinarbeitet.
    Jedenfalls finde ich deinen Blog einfach wundervoll und schaue mich hier gerne weiter um. 🙂 Über einen Gegenbesuch würde ich mich total freuen. 😉

    Alles Liebe ♥
    Viktoria von http://www.diary-of-a-booklover.tumblr.com

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  2. Filo
    Jan 27, 2013 @ 19:09:18

    Hm, schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Bei mir steht es ja noch auf dem Wunschzettel, jetzt bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher, ob ich es wirklich lesen möchte^^ Aber schöne Rezi 😉

    LG Filo

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  3. Yvonnes Lesewelt
    Jan 27, 2013 @ 09:47:07

    Oh, schade, dass das Buch dich so gar nicht begeistern konnte. Aber Geschmäcker sind eben verschieden.
    LG
    Yvonne

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  4. Norah
    Jan 27, 2013 @ 02:59:15

    Halva ist doch auch eine typische Süßspeise aus der Türkei oder dem Iran, wenn ich mich nicht irre. Mit Honig und Pistazien, so weit ich weiß…

    Der Klappentext klingt auf jeden Fall gut, aber nach deiner Rezension halte ich von dem Titel lieber Abstand. Klischees kommen mir langsam schon aus den Ohren raus, da kann die Liebesgeschichte noch so schön sein 😉

    Deine Seite gefällt mir übrigens sehr gut. Schön übersichtlich und riiiiiichtig viel zu lesen. Toll.

    Bis demnächst,
    Norah

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    • Tintenelfe
      Jan 27, 2013 @ 13:59:58

      Ja, Halva bedeutet „süß“ und ist eine Süßspeise und die Halva in dem Buch macht natürlich auch die beste Halva der Welt in dem Café der Eltern. 😉
      Die doppelte Bedeutung finde ich eigentlich sehr schön gemacht.

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