Yves Grevet: Méto – Die Insel (2) [Rezension]

„In diesem Moment schwöre ich mir, dass die Insel für mich nur eine Station auf dem Weg nach draußen sein wird, ein Aufenthalt auf meiner Reise in die Welt, die irgendwo hinter dem Horizont liegt.“ (S.44)

Cover (c) dtv Hanser Verlag

Méto und seine Freunde haben es geschafft – sie sind dem HAUS entkommen. Doch auf der INSEL erwartet sie nicht die erhoffte Freiheit. Als Gefangene der Clans der „abgeschnittenen Ohren“ werden sie in den Höhlen festgehalten, man misstraut ihnen. Und auch die Clans bespitzeln und überwachen sich gegenseitig. Ist Méto nur vom Regen in die Traufe geraten? Gibt es einen Weg, der INSEL zu entkommen? Méto gibt nicht auf.

Die Fortsetzung beginnt damit, dass Méto in den Höhlen als Gefangener erwacht und langsam erkennt, dass sich die Lebensweise der ehemaligen Diener an der im HAUS orientiert. Es gibt unterschiedliche Clans, man gibt sich neue Namen und natürlich wird auch das grausame Spiel Inch gespielt. Méto ist überrascht, dass es durchaus Kontakt zu den Feinden gibt und dass niemand versuchen will, von der Insel zu fliehen.
Schlimmer noch, man unterstellt ihm und seinen Freunden Verrat, um die abgeschnittenen Ohren auszuspionieren und starke Zweifel an Romu beginnen zu wachsen.

Gewohnt packend und atmosphärisch dicht mit kurzen, prägnanten Sätze beschreibt Yves Grevet das Leben der Clans mit den beobachtenden Augen seines Helden Méto. Der intelligente Junge, dem Freundschaft und Vertrauen das wichtigste Gut in einer Welt voller Hass und Argwohn sind, reflektiert außerordentlich treffend seine Umgebung und das Verhalten seiner Mitmenschen. Seine gute Menschenkenntnis hilft ihm dabei, herauszufinden, wem er vertrauen kann. Auch seine Fähigkeit, sich auf andere einlassen zu können, nützt ihm bei der Suche nach einem Ausweg von der Insel.

Im zweiten Teil der Trilogie werden auch einige neue, interessante Charaktere wie der ehemalige Soldat Qual, der geheimnisvolle Schamane und der verschlossene Koch eingeführt. Sie zeigen, dass es doch auch immer wieder Menschen gibt, die sich nicht gleichschalten lassen und die ihre eigenen Wege suchen.

Man erfährt als Leser ein wenig mehr über das Leben außerhalb der Insel, allerdings sind es nur wenige Andeutungen, die wiederum ein Flut an Vermutungen auslösen. Auch die Gründe für das HAUS auf der INSEL bleiben weiterhin im Dunkeln.

Wie auch schon „DAS HAUS“ hat mich „DIE INSEL“ von der ersten Seite an packen können, auch wenn mir der erste Teil noch besser gefallen hat. Das Ende des Romans kam meiner Meinung nach sehr plötzlich und lässt den Leser im Regen stehen, der Cliffhanger ist wirklich gemein. Umso gespannter bin ich nun auf den dritten Teil, der in unserer Bücherei gerade eingearbeitet wird. Das kann also leider noch dauern.

© Tintenelfe

5 Fässchen
Yves Grevet : MÉTO – Die Insel
Cover (c) dtv Hanser Verlag

Gebundene Ausgabe: 212 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (Reihe Hanser)
ISBN-10: 3423625155
ISBN-13: 978-3-423-62515-9
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Originaltitel: MÉTO. L’Ile
Preis: 14,95€
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Die Trilogie

  1. MÉTO – Das Haus
  2. MÉTO – Die Insel
  3. MÉTO – Die Welt

– alle drei Teile sind bereits im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Evanesca Feuerblut
    Mai 26, 2013 @ 17:42:19

    Klingt für mich nach gutem, soliden Sci-Fi. Danke für den Tipp.

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