Stefanie Simon: Feuer der Götter [Rezension]

„Feuer der Götter“ von Stefanie Simon ist mein Beitrag in diesem Jahr zur Fantasy-Wanderbuchrunde „Die Gute Stube“ beim Tauschgnom. Da wir in dieser Runde schon so viele Reihen und Trilogien begonnen haben, stellte ich auch Einzelbände zur Wahl und „Feuer der Götter“ machte das Rennen.

Bevor es auf Reisen ging, wollte ich kurz mal reinlesen und fand mich plötzlich mitten in einer mythischen Welt voller Rätsel wieder. So kam es, dass ich aus dem „Shadow Falls Camp“ einen Kurztrip in einen Dschungel voller Gefahren unternahm, und in nur wenigen Stunden ein unglaublich mitreißendes Abenteuer mit Naave und Royia erlebte.

Cover >>Feuer der Götter<<

Inhalt:
„Das Leben im Licht ist eine Lüge.“ Diese Nachricht wir dem jungen Auserwählten Royia zugesteckt, bevor er sich auf den Weg durch den Jadetunnel zum Berg der Götter macht, wie es seiner Bestimmung als künftiger Gott Tique entspricht. Verunsichert kehrt er um zum Tempel, in dem er jahrelang unter qualvollen Schermzen auf seine Aufgabe vorbereitet wurde, und muss erleben, wie die Priester seinen Axot-Gefährten Aja töten. Panisch flieht er in Richtung der großen lauten Stadt, in der Waldmenschen wie er keine Chance haben. Als Nachkomme der Lavamenschen, wird er sofort als „Feuerdämon“ erkannt und das Statdmädchen Naave hofft auf eine dicke Belohung für dessen Ergreifung. Doch auch Naave weiß nicht, dass sie für ein anderes Schicksal auserkoren ist und von nun an ist ihr Leben mit dem Royias verbunden.

Meinung:
„Feuer der Götter“ konnte mich von der ersten Seite an fesseln, auch wenn ich anfangs sehr mit den vielen wenig eingängigen Namen, die fast immer ein x, c oder q beinhalten, gehadert habe. Die Flora und Fauna des Dschungels wird anschaulich beschrieben, mit vielen fremdartigen Pflanzen und gefährlichen, oft giftigen Tieren, die jeweils wieder eigene Bezeichnungen haben. Manchmal war das dann schon fast zuviel des Guten, vor allem weil auch jede Person, die mal über die Seite huschte, einen Namen hatte.

Die beiden sehr verschiedenen Hauptprotagonisten Naave und Royia sind gut ausgearbeitet und in ihren Handlungen nachvollziehbar. Besonders Naave, die es in ihrem Leben sehr schwer hat und trotzdem immer den Blick nach vorn gerichtet hält, ist ein starker Charakter, der mir sehr gefallen hat. Die Beziehung zwischen der misstrauischen Naave und dem getriebenen Royia entwickelt sich langsam und glaubhaft und auch die Nebenfiguren verhelfen dem Roman zu einem stimmigen und bildhaften Ganzen.

Der mythologische Hintergrund, der an die südamerikanischen Kulturen der Inka und Azteken erinnert und sich damit auch in der Namensgebung wiederfindet, ist wohl durchdacht und wird von der Autorin wohldosiert eingesetzt, um die Spannungen aufrecht zu erhalten. Dies gelingt von der ersten bis zur letzten Seite, auch wenn das Ende für mich völlig unerwartet, aber durch und durch logisch konsequent ist.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, die in den verschiedenen Bereichen der Welt Tempel, Wald, Stadt und Berg der Götter entsprechen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und erleichtern den Lesefluss. Auffallend ist der flotte und ausdrucksvolle Sprachstil, der die Seiten nur so dahin fliegen lässt. Manchmal hatte ich dabei aber auch das Gefühl, dass es Lücken in der Beschreibung gab, die der Leser selbst füllen muss.

Fazit:
Mit „Feuer der Götter“ ist Stefanie Simon ein wunderbarer, fantastischer Roman voller Mystik, Abenteuer und atemloser Spannung gelungen. Für mich ist die Autorin damit eine der Entdeckungen in diesem Jahr, von der ich unbedingt mehr lesen möchte.

© Tintenelfe
5 Tintenfässchen

Stefanie Simon: Feuer der Götter

Cover >>Feuer der Götter<<

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426511983
ISBN-13: 978-3426511985
Preis: 14,99 € [D]

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7 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. taccima
    Okt 14, 2013 @ 20:52:44

    Hallo Tintenelfe!
    Du hast geschrieben, du würdest gern noch mehr von der Autorin lesen. Da hab ich einen Tipp: Hinter dem Pseudonym steckt Sabine Wassermann, die unter diesem Namen früher schon zwei Fantasyromane veröffentlicht hat, Das gläserne Tor und Die eiserne Welt.

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  2. tintenmeer
    Sep 24, 2013 @ 18:46:29

    Tolle Rezi! Das Buch ist bei mir schon auf der Liste, seit ich mal vor Ewigkeiten eine ebenso begeisterte Rezension gelesen habe. Irgendwie vergesse ich es nur immer mitzubestellen. Aber du hast es mir wieder in Erinnerung gerufen. beim nächsten Mal ist das bestimmt dabei. Danke. 😉

    Liebe Grüße aus dem Tintenmeer
    Sandy

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    Antwort

  3. Evanesca Feuerblut
    Sep 23, 2013 @ 17:26:15

    Ich habe deine begeisterten Meldungen auf Goodreads mitverfolgt – man merkt, wie viel Spaß dir das Lesen gemacht hat.
    Prinzipiell reizt mich das Buch, aber erstmal SUB-Abbau betreiben, bevor ich mir überlege, welche Werke ich mir neu zulege 🙂

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