Ein indischer Leseabend [Lesekreis]

Das Januar-Treffen der Buchschätzer widmete sich ganz dem Thema Indien und wurde zu einem der literarisch und auch kulinarisch besonders schätzenswertesten Lesekreisabende. Dieses Mal wurde kein gemeinsames Buch gewählt, sondern jeder konnte selbst ein passendes Buch zum Thema wählen, um es dann den anderen vorzustellen. Jeder brachte etwas für den Abend mit: Indische Köstlichkeiten von Papadam mit Minz-Joghurt-Dip als Vorspeise über wunderbar marinierte Geflügel-Früchte-Spieße, Naan-Brot und verschiedene Chutneys bis zu leckerem Nachtisch war alles dabei. Nicht zu vergessen, das wundervolle Curry, mit dem Ann-Kathrin uns als Gastgeberin verwöhnte. Andrea brachte selbst geschneiderte Glückkekse mit (ein Beispiel) und als wir ankamen, bekam jede von uns ein Bindi. Der Tisch war passend dekoriert und auch für indische Musik á la Bollywood war gesorgt.

Interessanterweise hatten wir dann auch sehr unterschiedliche Bücher und nur ein Buch wurde von zwei Lesern gelesen. Dabei handelte es sich um E.M. Forsters „Auf der Suche nach Indien“, das auch als „Reise nach Indien“ verfilmt wurde. Das Buch spielt in der Kolonialzeit und zeigt die gesellschaftlichen und kulturellen Konflikte zwischen Engländern und Indern auf. Petra stellte uns „Koriandergrün und Safranrot“ von Preethi Nair vor, das wie der Titel schon verrät, kulinarisch sinnlich ist und von einer indischen Familie in England erzählt. Ganz anders wiederum lässt Heide-Käthes Buchempfehlung „Shantaram“ von Gregory David Roberts Indien erleben. Der autobiographische Roman erzählt von einem in Australien geflohenen Häftling, der in Indien ein neues Leben beginnt und im Kampf für die Armen seine Bestimmung findet. In „Die Politik der Macht“ stellt Arundhati Roy (Autorin von „Der Gott der kleinen Dinge“) in Essays das politische System Indiens an den Pranger. Eher ein historischer Roman ist Erichs zweiter Buchtipp „Radscha“ von Gisbert Haefs, der gut recherchiert, umfangreich aus dem Indien des 18 Juahrhunderts erzählt. In das heutige Indien entführen „Der weiße Tiger“ von Aravind Adiga, das ich gelesen habe (Rezension) und Heikes Buch „So wirst Du stinkreich im boomenden Asien“ von Mohsin Hamid, welches sie uns aber nicht unbedingt weiter empfehlen würde. Ein Roman rund um die Filmindustrie Indiens wurde mit „Bollywood“ von Shashi Tharoor vorgestellt, so dass man am Ende des Abends den Eindruck hatte, wirklich viele Facetten dieses nicht nur geschichtlich und kulturell interessanten Landes kennengelernt zu haben.

© Tintenelfe

Ein Klick aufs Cover führt zur Verlagsseite bzw. zu Lovelybooks, wenn das Buch nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist.

>Auf der Suche nach Indien< (c) Fischer Verlage Cover >Koriandergrün und Safranrot< Cover >Shantaram<

Cover Die Politik der Macht  Cover >Radscha< Cover Der weiße Tiger (c) dtv Verlag

Cover >>So wirst du stinkreich im boomenden Asien<< Cover >>Bollywood<<

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9 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Silvia
    Sep 18, 2016 @ 07:28:10

    So einen Themenabend werde ich in meinen Lesekreisen auch mal vorschlagen!

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  2. Tasmetu
    Mrz 19, 2014 @ 12:24:51

    Oh, ein Indien Leseabend… da wäre ich aber gerne dabei gewesen 🙂 Ich liebe Indien und Bücher darüber… mein absolutes Lieblingsbuch ist Shantaram (was ich auch zum Welttag des Buches verlose)
    Aktuell lese ich das Salz der drei Meere von Anita Nair, das wäre vielleicht auch für euch interessant gewesen 🙂

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  3. Buchschätzerin
    Feb 08, 2014 @ 19:55:52

    Liebe Tintenelfe,
    Es war schön Euch zu Gast zu haben, wir haben so gut gegessen und so lange gequatscht! Ich bin mit „Reise nach Indien“ sehr zufrieden, so lange hatte ich damit geliebäugelt und endlich gab es den nötigen Anstoss! Kann ich nur empfehlen!
    Beste Grüße von der
    Buchschätzerin

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  4. Evanesca Feuerblut
    Feb 04, 2014 @ 14:49:07

    Da wäre ich auch gern dabeigewesen… ob es sowas Ähnliches auch in meiner Nähe gibt? *träum*
    Mein Indienbuch wäre Kiplings „Kim“. Ich lese es immer wieder gern und es zeigt so schön das Vielvölkerland Indien und wie schwer es schon damals war, sich zwischen den ganzen Völkern sicher zu bewegen.
    Ein Buch, das ich leider nicht selbst besitze, wäre „Palast der Winde“ von M. Kaye, den ich als Schülerin sehr gemacht habe. Spielt auch in Indien und fand ich toll :).

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    • Tintenelfe
      Feb 04, 2014 @ 15:03:31

      Ja, schade, dass Du nicht in der Nähe bist. Ich finde diesen Lesekreis ganz besonders toll und inspirierend. Themenlesen ist ja nicht so ganz mein Ding, aber dieses Thema hatte mich sofort gepackt.

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  5. danares
    Feb 04, 2014 @ 14:36:08

    Schöne Titelauswahl!

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  6. Chimiko
    Feb 04, 2014 @ 12:33:50

    Ah, Indien als Buchland finde ich faszinierend. Wobei mein liebster indischer Autor bei euch gar nicht dabei war: Die Quadratur des Glücks oder auch Das Gleichgewicht der Welt. Rohinton Mistry ist da mein Favorit.
    Sind aber interessante Bücher dabei und war sicher ein toller Abend!

    Alles Liebe, Chimiko

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