Sir Arthur Conan Doyle: Das Tal der Angst [Rezension]

Cover <Das Tal der Angst> (c) Insel Verlag

Inhalt:

Als Sherlock Holmes und Dr. Watson eine verschlüsselte Nachricht eines Informanten erreicht, ist sofort klar, dass das nächste Opfer von Professor Moriarty bereits feststeht. Doch während die beiden die Nachricht entschlüsseln, ist der Mord bereits geschehen und Scotland Yard bittet um Mithilfe. Die Ermittlungen führen sie nach Birlstone Manor House, einem alten Herrenhaus, in dem ein grausamer Mord geschah. Während Inspektor MacDonald, der Kriminalbeamte aus London, sich dem Mörder auf der Spur wähnt, wendet Sherlock Holmes seine eigenen Methoden an, um das Rätsel zu lösen, dessen Hintergründe im fernen Amerika zu suchen sind.

„Das Tal der Angst“ ist der vierte Roman um Sherlock Holmes und Dr. Watson und wurde 1914/1915 erstmals im „The Strand Magazine“ veröffentlicht. Es handelt sich um einen der beiden Kriminalfälle (neben „Das letzte Problem“), in dem der geniale Verbrecher Professor James Moriarty auftaucht, eine Figur, der die Filmwelt weitaus mehr Beachtung schenkt als Sir Arthur Conan Doyle.

Der Roman gliedert sich in zwei Teile. Während in „Die Tragödie von Birlstone“ Sherlock Holmes mit seinem ganzen deduktiven Können und immensen Spezialwissen glänzen kann und den Fall zu einer interessanten Lösung bringt, wendet sich „Die Scowrers“ der dreizehn Jahre zurückliegenden Vergangenheit zu, deren Geschehnisse in Pennsylvania, USA, letztendlich zum Mord führten. In sehr geraffter Form wird die zeitliche Lücke zwischen beiden Teilen gefüllt, und ein Epilog führt nach England zurück und erzählt, was nach dem Mord in Birlstone Manor House geschah.

Die eher ungewöhnliche Erzählform, wie Doyle sie auch schon in seinem ersten Sherlock-Holmes-Roman „Eine Studie in Scharlachrot“ wählte, ermöglicht einen sehr intensiven Blick in die Machenschaften eines Geheimbundes in einer Kohlebergbauregion in den USA. Dabei stützt sich Doyle laut den Anmerkungen des Übersetzers Hans Wolf auf wahre Begebenheiten. Auch wenn die beiden Teile sehr voneinander losgelöst wirken, da lange nicht klar ist, welche der Personen aus der Vergangenheit mit dem Mord in England zu tun  haben, schafft Doyle durchgehend Spannung. Während diese im ersten Teil eher darin liegt, mit Sherlock Holmes gemeinsam das Rätsel zu lösen (immerhin lag ich mit einer Vermutung ganz richtig), ist es im zweiten eher das erzählerische Können Doyles, das den Leser den Aufstieg des Falschmünzers Jack McMurdo und den Terror durch die Loge 341, Vermissa atemlos verfolgen lässt.

Als treuer Fan der Kurzgeschichten um Sherlock Holmes und Dr. Watson – mein erster Kontakt zu Krimis als ich ca. 12 Jahre alt war – erschien mir der Aufbau des Romans eher ungewohnt. Es bleibt der Eindruck, dass  der Kriminalfall, den Holmes lösen muss, nur dazu dient, um die Geschichte der Freimauererloge erzählen zu können. Der rätselhafte Mord gerät dabei ins Hintertreffen. Dennoch ist dieser Roman zweifellos ein spannendes und interessantes Lesevergnügen, das sich kein Sherlock-Holmes-Fan entgehen lassen sollte.

© Tintenelfe

4 Tintenfässchen

 

Sir Arthur Conan Doyle: Das Tal der Angst

Taschenbuch: 259 SeitenCover <Das Tal der Angst> (c) Insel Verlag
Verlag: Insel Verlag; (2007)
ISBN-10: 3458350160
ISBN-13: 978-3458350163
Originaltitel: The Valley of Fear, 1915
Preis: € 8,00 [D]

 Sherlock Holmes – eine Übersicht

Romane
1. Eine Studie in Scharlachrot
2. Das Zeichen der Vier
3. Der Hund der Baskervilles
4. Das Tal der Angst

Erzählungen
1. Die Abenteuer des Sherlock Holmes
2. Die Memoiren des Sherlock Holmes
3. Die Rückkehr des Sherlock Holmes
4. Seine Abschiedsvorstellung
5. Sherlock Holmes‘ Buch der Fälle

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. katnissdean
    Jul 19, 2014 @ 09:56:49

    Ich kann mich Dir zu anschließen! Ich fand ihn auch gut, aber irgendwie nicht so gut wie gewohnt 😀 Während mich die zwei Erzählstränge bei der Studie nie störten, war es hier lange Zeit irgendwie merkwürdig. Spannend ist das Buch trotzdem 🙂

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