Gisa Pauly: Die Tote am Watt [Rezension]

Die Tote am Watt (c) Piper Verlag

Inhalt:
Ein furchtbarer Mord auf der Ferieninsel Sylt! Eine vermögende Witwe wird erdrosselt aufgefunden. Eigentlich müsste der Täter per DNA-Analyse schnell zu überführen sein, weshalb Hauptkommissar Erik Wolf auf eine rasche Lösung hofft. Mamma Carlotta jedoch, seine italienische Schwiegermutter, die derzeit zu Besuch ist, hält wenig von solchen modernen Ermittlungsmethoden. Viel lieber verlässt sie sich auf ihre weibliche Intuition. Mit italienischem Charme und zum Schreck der Beamten mischt sie sich in die Ermittlungen ein. Dabei bringt sie sich selbst in Lebensgefahr… (Klappentext @ Piper Verlag)

Das Lesekreis-Thema „Insel“ führte mich mit „Das kleine Inselhotel“ in die Nordsee und dann mit „Inselglück“ in die USA, nach Nantucket. Nun also auf die Nordseeinsel Sylt – dieses Mal als Krimi. Ein Krimi, der leider in Klischees erstickt und verzweifelt versucht, den Leser mit herbeigeschriebenen Verdächtigen in die Irre zu führen. Doch selbst ein Laie mit wenig psychologischem Wissen, kann sich die arg konstruierten Zusammenhänge bereits in der ersten Hälfte zusammen reimen.

Mamma Carlotta, die italienische Schwiegermutter des Hauptkommissars, ist zum ersten Mal in Deutschland, um das Grab ihrer verstorbenen Tochter zu besuchen. Glücklicherweise hat sie bei der langjährigen Pflege ihres schwerkranken Mannes genug Zeit und Muße gehabt, fließend Deutsch zu lernen und erstaunt dabei mit preisverdächtigem Vokabular. Ansonsten entspricht sie dem Klischee einer italienischen „Nonna“: temperamentvoll, herzlich, unablässig plaudernd und immerzu am Kochen. Im Gegensatz dazu steht der Hauptkommissar Erik Wolf, der wortkarg und verschlossen daher kommt. Von Mamma Carlottas impulsiven und leidenschaftlichen Art ist er zunächst genervt, was verwundert, da es ihn an seine geliebte verstorbene Frau Lucia erinnert. Die Kinder Carolin und Felix, die trotz des Sprachgenies der Nonna nur Carolina und Felice genannt werden, teilen sich das Temperament brav zwischen herzlich italienisch und zurückhaltend norddeutsch auf.

Trotzdem macht es Spaß, Mamma Carlotta auf ihrer Entdeckungstour über die Insel zu begleiten. Natürlich erliegt sie sofort dem rauhen Charme von Wind, Sand und Meer. Eine Stärke des Romans liegt in den liebevollen, bildstarken Beschreibungen der Insel Sylt, die Lust auf Urlaub an der Nordsee machen. Mit viel Humor erzählt Gisa Pauly, wie die italienische Witwe die Herzen der Inselbewohner im Sturm erobert und dabei Freiheiten entdeckt, die ihr an der Seite ihres kranken Mannes verwehrt blieben. Dabei trotzt sie jedem Rat des Schwiegersohnes und bekommt die liebevolle Unterstützung der Enkelkinder. So kann der erste Sylt-Krimi mit Mamma Carlotta zwar als vergnügliches Urlaubsbuch, aber weniger als spannender und gut entwickelter Krimi überzeugen. Verwunderlich bleibt der Titel des Romans, es gibt keine „Tote am Watt“.

© Tintenelfe

3 Tintenfässchen

Gisa Pauly: Die Tote am Watt – Ein Sylt-Krimi (1)Die Tote am Watt (c) Piper Verlag

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (September 2007)
ISBN-10: 3492247687
ISBN-13: 978-3492247689
Preis: € 9,99 [D]

 

Reihenfolge der Mamma-Carlotta-Krimis

  1. Die Tote am Watt (2007)
  2. Gestrandet (2008)
  3. Tod im Dünengras (2009)
  4. Flammen im Sand (2010)
  5. Inselzirkus (2011)
  6. Küstennebel (2012)
  7. Kurschatten (2013)
  8. Strandläufer (2014)
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