Teri Wilson: Ausgerechnet Mr. Darcy [Rezension]

(c) MIRA Taschenbuch Verlag

Inhalt:
Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass eine Frau mit fast dreißig nichts dringender braucht als einen Ehemann. Elizabeth Scott, 29 Jahre und 364 Tage alt, stellt da eine bemerkenswerte Ausnahme dar. Zum Leidwesen ihrer Mutter genießt sie ihr Singledasein. Selbst als ihr bei einer Hundeshow der begehrte Junggeselle Donovan Darcy begegnet, findet sie ihn einfach nur peinlich. Oder was soll sie von einem Mann halten, der erst mit ihr flirtet und ihre schönen Augen lobt – und dann behauptet, er hätte ihren Hund gemeint? Warum er ihr trotz allem nicht mehr aus dem Kopf geht, ist Elizabeth ein Rätsel. Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet dieser unmögliche Mr Darcy eine nie gekannte Sehnsucht in ihr weckt…? (Klappentext © Mira Taschenbuch-Verlag)

Natürlich war der Titel der Grund, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte, vor allem da ich im Moment sowieso sehr gern im Chick-lit-Genre lesend unterwegs bin. Ich freute mich also auf eine leicht-amüsante Geschichte, die mich an Jane Austens „Stolz und Vorurteil“ erinnern sollte, ohne dabei ein Abklatsch zu sein. Leider entpuppte sich „Ausgerechnet Mr. Darcy“ statt als romantische Liebesgeschichte (niemand hat Gesellschaftskritik erwartet) als ein Buch über ermüdendes Liebes-Hin-und-Her und Hundeschauen. Elizabeth Scott trifft ihren Mr. Darcy nämlich auf einer solchen Hundeschau in New York. Er ist eigens aus Old England angereister Richter und prompt geraten die beiden aneinander. Weil Mr. Darcy aber aus einer stinkreichen englischen Familie stammt und zu Hause hauptberuflich sein großes Vermögen verwalten muss (nebenberuflich züchtet und richtet er Hunde), wird die Handlung nach England verlagert. Damit Elizabeth auch dorthin gelangt, wird sie von einem gerade erst kennengelernten Ehepaar als Hundesitterin engagiert und nach England eingeladen. Klar, dass die dann in der gleichen Straße wie Mr. Darcy wohnen.

Abgesehen von der plump konstruierten Handlung, waren es vor allem die Hundeschauen, die mich das Buch beinahe haben zur Seite legen lassen. Ein großer Teil des Geschehens findet im Schlaglicht von kleinen herausgeputzten Schoßtierchen statt, die ihren Besitzern offensichtlich als Statussymbole und zur Befriedigung der eigenen Eitelkeit dienen. Hier werden den Hunden die Augenbrauen gezupft, die Härchen getrimmt und die Krallen lackiert. Als Mr. Darcy Elizabeth trösten möchte, führt er sie an einen seiner liebsten Plätze in London: Das Hunde-Spa in der vierten Etage von Harrods! What a man!

Klischeehaft und eindimensional sind auch die Charaktere. Elizabeth kommt eher zickig als schlagfertig rüber. Es ist überhaupt nicht ersichtlich, warum sie Mr. Darcy, der lediglich nett, liebenswert und natürlich wahnsinnig attraktiv ist, ständig angeht. Ja, okay, er ist reich und reiche Menschen sind böse und gemein, soweit zum Vorurteil. Verständlich insofern als Elizabeth stolz auf ihre finanzielle Unabhängigkeit ist und eine schlechte Erfahrung als Lehrerin an einer Privatschule machen musste. So stark Elizabeth auch auftreten will, es treten ihr auffallend oft anmutig und rührend Tränen in die Augen. Darcy für seinen Teil ist vor allem auf Elizabeths Schönheit fixiert und kann es nicht glauben, dass sie ihm nicht wie sonst für Frauen üblich, sofort zu Füßen liegt. Überhaupt scheint das Äußere das Einzige zu sein, was die beiden aneinander interessiert.

„Sie hatten nichts gemeinsam. Sie verschmähte ihn, und er fand sie stur, schwierig und viel zu schnell dabei, voreilige Schlüsse zu ziehen. Außerdem fand er sie wunderschön, geistreich und faszinierend. Das war milde ausgedrückt ein Problem.“ (S. 85, ebook)

Elizabeths Konkurrentin Helena (Schwester von Darcys bestem Freund Henry) kommt einem vor wie eine der bösen Stiefschwestern von Aschenputtel. Natürlich hat sie falsche Wimpern, Brüste und ach, eigentlich ist alles an ihr falsch. Interessant und liebenswert sind dafür Elizabeths Schwester Jenna und Henry, die sich ineinander verlieben, doch leider kommt diese Geschichte zu kurz.

Teri Wilsons Schreibstil ist leicht und einfach. Daher ist das Buch sehr schnell zu lesen, was letztendlich auch ein Grund dafür ist, dass ich den Roman zu Ende gelesen habe. Auch wenn ich chick-lit sehr gern lese, dieses Buch hat mich mit seiner arg zurecht konstruierten Handlung, den ausdrucklosen Charakteren und vor allem diesen furchtbaren Hundeschauen schlichtweg gelangweilt und genervt.

Was man dem Roman jedoch zugute halten muss: „Ausgerechnet Mr. Darcy“ ist kein Abklatsch von „Stolz und Vorurteil“. Das Buch erinnert in Ansätzen durchaus an Jane Austens Roman, allerdings beschränkt sich das auf Personenkonstellationen und einige wenige Situationen und Textanleihen.

Hier noch zwei positive Rezensionen zum Buch
Manus Tintenkleckse
Kleeblatts Bücherblog

© Tintenelfe1 Fäßchen

Teri Wilson: Ausgerechnet Mr. Darcy

(c) MIRA Taschenbuch Verlag
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch (11. August 2014)
ISBN-10: 3956490533
ISBN-13: 978-3956490538
Originaltitel: Unleashing Mr Darcy
Preis: € 8,99 [D]
auch als e-book

 

 

 

Advertisements

9 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Katies fantastische Bücherwelt
    Aug 31, 2014 @ 12:10:48

    Das Cover finde ich trotzdem klasse! =D

    LG
    Katie

    Gefällt mir

    Antwort

  2. Samy
    Aug 30, 2014 @ 21:09:52

    huhu…
    ich habe das Buch auch gelesen und fand es super.
    Wusste nur gar nicht das es schon Rezensionen dazu gibt
    ich dachte die kommen erst im September.
    Nun aufjedenfall schön das Buch schon zu sehen – bei mir kommt
    es Monatg auf die Seite.
    LG Samy

    Gefällt mir

    Antwort

    • Tintenelfe
      Aug 30, 2014 @ 21:19:14

      Liebe Samy,

      wenn Du magst, kannst Du Deine Rezension dann gern im Kommentar verlinken. Ich glaube, ganz viele finden das Buch toll, nur ich habe auf den ersten Seiten schon gedacht, dass es einfach nur dämlich ist.
      Das Buch ist Mitte August erschienen. Warum sollte es noch keine Rezensionen geben?

      LG,
      Mona

      Gefällt mir

      Antwort

  3. Katrin
    Aug 30, 2014 @ 10:06:09

    Oje. Ein hartes Urteil. Aber danke für die Rezension. Auf solche Titel falle ich als bekennender Janite auch ständig rein. Dann doch lieber „Stolz und Vorurteil“ aus anderer Sicht geschildert (wie „Im Hause Longbourn“), als sich die Bücher auf solche Art verhunzen zu lassen. 😉

    Gefällt mir

    Antwort

  4. iceslez
    Aug 30, 2014 @ 08:59:54

    Schade dass es dir nicht so gefallen hat. Ich liebe Stolz und Vorurteil, also Mr. Darcy im Original und muss zugeben dass mir Mr. Darcy heute doch immer ein wenig zu oft übernommen wird… Deswegen hätte ich wahrscheinlich schon nicht zu dem Buch gegriffen. Viel Glück beim nächsten Buch 😉

    Gefällt mir

    Antwort

  5. laylalaa
    Aug 29, 2014 @ 22:54:08

    Och schön, endlich eine Rezension zu dem Buch, das auf meiner Wunschliste ist und ich demnächst kaufen wollte! Aber, obwohl Hundeliebend, interessieren mich Hundeschauen nicht wirklich und nach deiner Beschreibung nach wird es mir wohl auch nicht gefallen. Ich streichs wohl lieber.

    Gefällt mir

    Antwort

Ich freue mich auf eure Kommentare!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Hier gehts zur Top 100 Buchblogger
Die Top100 Literatur-Seiten im Netz
%d Bloggern gefällt das: