Volker Klüpfel / Michael Kobr: Herzblut [Rezension]

Cover (c) Droemer Knaur Verlag

Inhalt:
Kluftinger ist sich sicher: Bei einem anonymen Handyanruf, der ihn ausgerechnet während einer der gefürchteten Pressekonferenzen seines Chefs erreicht, wird er Zeuge eines Mordes. „Alpträume von zu viel Schweinsbraten“, tun seine Kollegen diesen Verdacht ab. Kluftinger ermittelt auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut, aber keine Leiche. Da überschlagen sich die Ereignisse: Mehrere brutale Mordfälle, anscheinend ohne Zusammenhang, erschüttern das Allgäu. Als dann doch noch der Großteil des abgängigen Toten auftaucht und Kluftinger endlich herausfindet, was all die Verbrechen verbindet, ist es fast schon zu spät …
Dabei steht er auch privat unter Druck: Seit Tagen leidet er unter heftigem Herzstechen und befürchtet sofort das Schlimmste. Eine demütigende Untersuchung bei Erzfeind Doktor Langhammer scheint das zu bestätigen. Doch der Kommissar ist entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aber ob fleisch- und kässpatzenarme Ernährung und ein Yogakurs da die richtigen Mittel sind?

Auch der siebte Teil der Krimiserie mit dem kauzigen Kommissar Kluftinger verspricht wieder gute Unterhaltung, Lachanfälle und eine ordentliche Portion Lokalkolorit. Da gerät der eigentliche Kriminalfall manchmal schon zur Nebensache. Dieser ist ungewohnt blutig und man ahnt die Zusammenhänge manchmal schneller als der Kommissar es tut. Diesem hilft dann oft genug auch Kommissar Zufall auf die Sprünge á la „Da klingelt doch was bei mir!“, auch wenn das vermutlich in der Realität genau so passiert.

Kommissar Kluftinger ist eine Figur, die man einfach lieben muss. Ein bisschen brummig, aber herzensgut und den kulinarischen Genüssen des Allgäus genauso wie seiner Frau Erika von Herzen zugetan. Mit der Technik steht der Kommissar auf Kriegsfuß, was einmal mehr zu Lachern führt, aber so manches Mal auch überzogen ist. Da kommt einem der Mann dann komplett weltfremd und beinahe schon dämlich vor und man ist froh, dass er nur in Büchern Verbrechen aufklären muss. Auch der tapsige, unbeholfene Umgang mit seiner zukünftigen japanischen Schwiegertochter und deren Familie lässt Kluftinger nicht gerade in einem besonders guten Licht dastehen. Zwar sorgen die kulturellen Missverständnisse für jede Menge Spaß, aber manchmal zweifelt man eben doch an der Intelligenz des Kommissars.

Als erklärter Fan der Allgäu-Krimis von Klüpfel und Kobr erhoffe ich mir demnächst wieder mehr (spannenden) Krimi. Dieser war mir doch zu sehr konstruiert, wenn auch immer logisch und zum Ende hin gut aufgelöst. Hoffentlich kommt auch der liebe Klufti wieder mehr aus der Klamauk-Ecke heraus. Er muss nicht komplett dämlich und peinlich daher kommen, um sympathisch zu wirken. Die witzigen Szenen kriegt man doch sicher auch so hin, oder? Notfalls kann ja der Langhammer weiterhin als völlig überzogener Charakter herhalten. Aber das tut er ja sowieso.

Alles in allem ist „Herzblut“ ein netter Krimi mit skurrilen, liebenswerten Figuren und einem leidlich interessanten Kriminalfall. Witzige Szenen und amüsante Wortgefechte sorgen für Spaß und herzhafte Lacher, wobei der Balanceakt zum Klamauk hin nicht immer gelingt. Trotzdem bleibt Kommissar Kluftinger eine gefällige Unterhaltung für den Abend auf dem Sofa.

Sehr, sehr knappe vier Tintenfässchen.

© Tintenelfe4 faesschen

 

Volker Klüpfel / Michael Kobr: HerzblutCover (c) Droemer Knaur Verlag

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Droemer HC (26. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426199378
ISBN-13: 978-3426199374
Preis: € 19,99 [D]

 Autorenseite

Kommissar Kluftinger
Band 1: Milchgeld (2003)
Band 2: Erntedank (2004)
Band 3: Seegrund (2006)
Band 4: Laienspiel (2008)
Band 5: Rauhnacht (2009) – Tintenspritzer
Band 6: Schutzpatron (2011)
Band 7: Herzblut (2013)
Band 8: Grimmbart (2014)

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Denise Yoko Berndt
    Feb 06, 2015 @ 21:05:18

    Hmmm, ich glaube, das muss ich lesen. Bis jetzt habe ich erst einen Kluftinger gelesen, der mir nicht soooo gut gefallen hat. Aber nach deiner Rezension denke ich, da ist eine „zweite Chance“ fällig 😉

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