Sonja Kaiblinger: Rosen und Seifenblasen – Verliebt in Serie (1) [Rezension]

Zu „Rosen und Seifenblasen“ kam ich ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde oder vielmehr wie die Mama an des Töchterleins Büchereiregal. Das verspielte Cover hat mich auf den ersten Blick angesprochen und der Klappentext versprach eine besondere Geschichte. Ich sollte nicht enttäuscht werden.

(c) Loewe Verlag

Inhalt:
Jeden Tag aufs Neue macht sich die vierzehnjährige Abby  darüber lustig, wie ihre Schwester Deborah schmachtend vor dem Fernseher in die Daily Soap „Ashworth Park“ versinkt. Kaum auszuhalten findet sie die albernen Dialoge und überzogenen Ereignisse. Besonders der gutaussehende Charmebolzen Julian, seines Zeichens Stammhalter und begehrenswertester Junggeselle weit und breit sorgt bei Abby und ihrer Freundin Morgan immer wieder für Heiterkeit, wenn er mit wehendem Haar über die Felder reitet und dabei möglichst noch selbst gereimte Gedichte von sich gibt.

Doch eines Abends – die Geigenklänge, welche die Serie ankündigen, erklingen – passiert etwas, das Abby das Lachen vergehen lässt. Wie von Zauberhand landet sie selbst mitten im Geschehen und muss sich fortan immer zur Sendezeit mit den Geheimnissen, Intrigen und dem Liebeskarussell von „Ashworth Park“ auseinandersetzen.

 

Wer möchte nicht gern mal in seiner allerliebsten Fernsehserie mitspielen? Den liebsten Charakteren gegenüberstehen, die Handlung beeinflussen oder gar den gutaussehenden Hauptdarsteller küssen? Nur leider kann die New Yorkerin Abby, die unversehens in einer britischen Adelssoap landet, die an Kitsch nicht zu überbieten ist, den Intrigen und den verschrobenen Charakteren überhaupt nichts abgewinnen. Adelsspross Julian, ausdauernd mit seiner blonden, wehenden Haarpracht beschäftigt, liegen zwar die Mädchen zu Füßen, doch Abby bekommt bei seinen vermeintlich romantischen poetischen Ergüssen eher einen Lachanfall. Die Erwachsenen, allen voran die cholerische Lady Ashworth, die exzentrische Tante Gladys und der undurchsichtige, plötzlich auftauchende DeWitt, sind mit sich selbst und ihren Intrigen beschäftigt. Nur Jasper, der jüngere Bruder Julians und Schwarzes Schaf der Familie, bleibt rätselhaft und wird zur Gefahr für Abbys Geheimnis.

Ohne große Umschweife startet der Leser bereits auf den ersten Seiten gemeinsam mit Abby ins große Serienabenteuer. Die wichtigsten Personen in Abbys Leben und die aus der Serie werden ganz nebenbei vorgestellt. Dabei bedient sich die Autorin von Zeit zu Zeit eines Ausschnitts aus dem Drehbuch der Serie, um Szenen, die außerhalb Abbys Erleben als Ich-Erzählerin spielen, zu beschreiben. Ein Kniff, der ganz nebenbei noch für die richtige Atmosphäre sorgt, aber leider etwas selten zum Einsatz kommt.

Mit Witz und Charme, in leichtem Tonfall und stets mit einem kessen Spruch auf den Lippen hangelt sich Abby von einer turbulenten Szene zur nächsten. Dabei bleibt sie sich treu und verliert ihr Ziel, so schnell wie möglich diesem Spuk ein Ende zu bereiten, nicht aus den Augen. Aber wie das in einer Soap nun mal ist, gibt es immer wieder überraschende Wendungen, und weil es sich bei „Ashworth Park“ nun mal um einen besonders kitschigen und überzogenen Vertreter der Gattung handelt, muss Abby sich von Cliffhanger zu Cliffhanger hangeln. Immer wenn die Sendezeit vorüber ist, landet Abby wieder in der Realität. Doch nur bis zum nächsten Abend.

Auch wenn nicht wirklich klar wird, wie es nun zur Überschneidung der Welten kommt, auch wenn mal von Wurmlöchern die Rede ist, tut das dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Der Roman ist kurzweilig, witzig und voller verrückter Einfälle, die liebevoll und mit spürbarem Vergnügen Soap Operas aufs Korn nehmen. Natürlich kommen auch Liebe und Romantik nicht zu kurz, aber das in einem Maß, in dem auch meine Tochter (11) nicht genervt mit den Augen rollen würde.

Ein turbulentes Lesevergnügen voller Magie, Witz und Charme! – Und natürlich gibt es auch für die Leser am Ende einen richtig gemeinen Cliffhanger, der zumindest mich beim nächsten Teil wieder „einschalten“ lässt!

© Tintenelfe5 Tintenfaesschen

 

Sonja Kaiblinger: Rosen und Seifenblasen – Verliebt in Serie(c) Loewe Verlag

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Loewe Verlag (Juli 2014)
ISBN-10: 3785578660
ISBN-13: 978-3-7855-7866-7
Altersempfehlung: ab 11 Jahren
Preis: 14,95 [D]

Mehr über die Reihe „Verliebt in Serie“

Verliebt in Serie

  1. Rosen und Seifenblasen
  2. Lilien und Luftschlösser

 

 

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. irveliest
    Feb 17, 2015 @ 19:41:53

    Das klingt nach kurzweiligem Lesevergnügen und muss manchmal einfach sein!

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    • Tintenelfe
      Feb 17, 2015 @ 23:27:57

      Es ist ein wirklich süßes Buch. So ein bisschen wie chick-lit für Teenies. Ich fand das ganz erfrischend. Hat auch was von Kerstin Gier. Ich hab auf jeden Fall auch Lust auf den nächsten Teil. 🙂

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