Rachel McIntyre: Sternschnuppenstunden [Rezension]

Cover (c) Magellan Verlag

Inhalt:
Als die fünfzehnjährige Lara ein Tagebuch geschenkt bekommt, lächelt sie zunächst über das innewohnende Vorurteil jungen Mädchen gegenüber. Doch allein ihrem Tagebuch kann Lara anvertrauen, welch ein Horror ihr tagtäglich in der Schule in Form ihrer Mitschüler begegnet. Die Attacken der Mädchen, aber auch der Jungen der Nachbarschule werden immer schlimmer. Lara weiß sich nicht zu helfen, wenn da nicht noch Ben wäre, der ihr das Gefühl gibt, klug und hübsch, witzig und auch begehrenswert zu sein. Doch Ben ist Laras Lehrer.

Der tagebuchartige Schreibstil lässt Laras Erleben authentisch wirken und stellt eine intensive Beziehung zum Leser her. Lara schreibt ungemein witzig, sie hat einen wunderbaren Humor und einen sehr präzisen Blick für ihre Mitmenschen. Sie ist sprachlich gewandt, schlagfertig und durchschaut die Spielchen, kann sich ihrer aber dennoch nicht erwehren. Zu viel steht für ihre Familie nach dem sozialen Abstieg auf dem Spiel. Es ist gerade dieser Widerspruch, der Laras aussichtslose Lage so deutlich macht und auch den Leser an den Rand der Verzweiflung bringt. Lara wirkt dabei oft sehr reif, dann aber auch wieder hilflos und kindlich. Ein Teenager, wie er im Buche steht.

Es entsetzlich mitzuerleben, wie das junge Mädchen grundlos gequält wird. Immer wieder, jeden Tag, ohne jegliche Hilfe. Allerdings wird es der aneinander gereihten Grausamkeiten irgendwann auch etwas zu viel. Es kommt immer noch eine Schippe drauf, so dass es irgendwann langatmig wird. Spannung kommt erst dann wieder auf, wenn das Verhältnis Laras zu ihrem Lehrer an Bedeutung gewinnt. Eine Verbindung, die so nicht sein kann und darf. Hierin liegt letztendlich auch das Dilemma, in das sich der Roman begibt. Wie stellt man eine verbotene Liebesbeziehung einerseits romantisch, andererseits aber nicht erstrebenswert dar? Ein Balanceakt, der Rachel McIntyre gelingt, auch wenn sich der erhobene Zeigefinger letztendlich wohl doch nicht vermeiden lässt. Etwas, das für ein Jugendbuch wahrscheinlich sogar moralisch notwendig ist, mich jedoch ein wenig unbefriedigt zurück gelassen hat.

Rachel McIntyre schreibt mit wunderbarem Wortwitz, unterhaltsam, einfühlsam – dieses Buch kann man kaum aus der Hand legen. Sensibel und glaubwürdig greift McIntyre brisante Themen wie Mobbing, das Gefälle sozialer Stellungen und verbotene Liebe auf.

© Tintenelfe

Diese Blogger erlebten mit dem Buch ihre „Sternschnuppenstunden“
Irve liest
Tine vom Buchstabengeflüster
Jessies Bücherkiste

Bröselchen im Video zu „Sternschnuppenstunden“
Interview  mit der Autorin auf Ankas Geblubber
Youtube-Interview mit Rachel McIntyre
Leseprobe4 Tintenfässchen

Rachel McIntyre: Sternschnuppenstunden

Cover (c) Magellan Verlag

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Magellan (20. Februar 2015)
Originaltitel: Me and Mr J
Übersetzung aus dem Englischen:  Jessika Komina, Sandra Knuffinke
ISBN-10: 373485007X
ISBN-13: 978-3734850073
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Preis: € 16,95 [D]
Kaufen und kostenlos liefern lassen: Buchhandlung Graff
Büchereibuch

 

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. irveliest
    Jun 25, 2015 @ 13:13:17

    Der Schluss hat mich direkt nach dem Lesen etwas gestört, aber anders dürfte er eigentlich nicht sein, sonst würden die letzten Signale gesetzt.
    Danke fürs Verlinken!

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    Antwort

  2. Sara
    Jun 25, 2015 @ 08:16:33

    Hallöchen,
    eine sehr schöne Rezension. Das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste und ich habe schon soviele positve Meinungen dazu gehört. Es ist schön, dass es auch dir gefallen hat. 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Sara

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    Antwort

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