Random House #blogntalk [Messebericht]

blogntalkAuch in diesem Jahr lud Random House zum Blog’n Talk auf der Buchmesse ein. Bereits zwei Mal konnte ich in Leipzig dabei sein. Nun also in Frankfurt. Dank des Bloggerportals war der Ansturm auf das Ereignis riesig, so dass der Verlag am Ende 100 Blogger ausloste. Als nach einer gefühlten Ewigkeit eine knappe Woche vor Beginn der Messe der Briefumschlag mit Namensschild und Autorenliste im Briefkasten lag, dachte ich, ich bin im falschen Film. Warum?Kennt Ihr diese Ralleys, die Schüler immer in Museen oder in anderen Städten machen müssen? Die rennen dann mit einem Zettel herum und beantworten vorgegebene Fragen. Genau daran musste ich denken, als ich den Zettel fand, auf dem mir eine Autorin als Interviewpartnerin zugewiesen wurde. Darunter zwei Fragen mit einem Feld für die Antwort. Natürlich war sofort klar, was dahinter steckte. Auf den Bloggertreffen, auf denen ich bisher war, haben meist die Blogger zusammen gestanden und sich gefreut, dass sie einander kennen lernten. Die Autoren standen oft einsam herum oder versteckten sich wie Zoë Beck in einer Nische. Andere wiederum waren heiß umlagert oder stellten einfach jedem ihr Buch vor, der ratlos in die Gegend schaute. Ganz so hatten es sich die Verlage das dann wohl nicht vorgestellt.

Also, nicht gemeckert, sondern erst einmal geschaut, wen man da eigentlich erwischt hat. Deana Zinßmeister, eine Autorin historischer Romane, die ich zugegebenermaßen erst einmal googlen musste. Irgendwie fand ich es dann blöd, der Autorin die zwei vorgegebenen Fragen „Wo kaufen Sie ihre Bücher?“ und „Was ist Ihr Lebensmotto?“ zu stellen. Also habe ich in einer Hauruck-Aktion ihr Buch „Das Hexenmal“ (Rezension) gelesen und war sehr positiv überrascht.

Das Bloggertreffen fand wie immer am Stand von Random House statt und es war ein wildes Gewusel. Sebastian Rothfuß von Blanvalet/Penhaligon begrüßte uns, erklärte noch einmal das Procedere und kündigte dann einen Überraschungsgast an, der mich von den Socken holte.

mit Vanessa und Deana Zinßmeister

Zuerst kam jedoch das Interview, das ich zusammen mit Jil Aimée und Vanessa aus Vanessas Bücherecke führte, was mich bei letzterer ganz besonders freute, da wir uns ohnehin so gern treffen wollten. Unsere Schulaufgaben hatten wir dann auch ganz schnell hinter uns gebracht. Wer es wirklich wissen will: Deana Zinßmeister kauft ihre Bücher normalerweise im Buchladen, aber wenn es schnell gehen muss oder es etwas Antiquarisches ist, dann bleibt eben manchmal nur der Onlinebuchhandel. Sie hat sogar ein Lebensmotto: „Glaube an dich und vertraue deinen Fähigkeiten!“ Gefällt mir ganz gut und wenn ich der Typ für ein Lebensmotto wäre, würde ich mir das vielleicht auch aussuchen.

Deana erzählte, dass sie für ihre Romane akribisch recherchiert und sich auch schon mal auf Wanderschaft begibt, um die Schauplätze persönlich zu sehen. Zu einem Buch liest sie ca. 30 Sachbücher und vor allem keine historischen Romane! So standen wir einige ganze Zeit lang in unserem kleinen Grüppchen und  natürlich gab es auch Fotos und Autogramme.

Anschließend suchte ich noch Sabine Zett auf. Von dieser Autorin hatte ich vor zwei Jahren zusammen mit meinen Kindern in der Weihnachtszeit „Advent, Advent, der Kuchen brennt“ gelesen. Nun erfuhr ich nicht nur, dass gerade mit „Wo geht’s denn hier zum Weihnachtsbaum?“ein neues Kinderbuch von ihr erscheint, sondern sie auch Chicklit-Romane schreibt.

kate MortonDann musste ich aber doch ganz schnell den Überraschungsgast suchen: Kate Morton! In unserem Buchclub hatten wir gemeinsam „Der verborgene Garten“ gelesen. Ein richtiger Schmöker, den wir alle sehr gern gelesen haben. Da alle noch mit ihren Interviews beschäftigt zu sein schienen, war hier auch kein großer Andrang. So konnte ich ganz in Ruhe mit Kate Morton plaudern bzw. ein wenig meine Englischkenntnisse hervorkramen und hoffen, dass ich keinen Unsinn erzählen würde. Doch wir verstanden einander ganz ausgezeichnet und unterhielten uns über unsere Kinder (sie drei Jungs, ich drei Mädchen) und erfreuten uns daran, wie süß doch Nachzügler sind, wenn die Großen langsam auf die Pubertät zustreben. Kate ist auch vor kurzem aus Australien nach London gezogen, wo es ihr sehr gut gefällt. Dank der geistesgegenwärtigen, sehr sehr netten Julia Jerosch vom Diana Verlag, gab es dann auch noch ein signiertes Buch und ein gemeinsames Foto. Eine wirklich tolle Begegnung und ein unvergesslicher Moment.

mit Kate Morton

Später traf ich noch auf Boris Koch, der von seinen Interviewpartnern verlassen herum stand und der auch kein Lebensmotto hat, was mich dann doch sehr beruhigt. Noch ins Gespräch vertieft waren jedoch die Orgel-Brüder, die gerade mit ihrem Fantasyroman „Die Blausteinkriege“ auf sich aufmerksam machen. Natürlich bin ich mal wieder prompt ins Fettnäpfchen getreten, weil ich nicht wusste, dass sie für „Orks vs. Zwerge“ den Phantastikpreis 2013 [sic!] gewonnen haben. Ein Buch, das ich ehrlich gesagt allein schon wegen des Titels links liegen lassen habe. Orks, Elfen, Zwerge, Gnome – davon gab es doch schon jede Menge.

T. und S. Orgel

So nach und nach wurde der Stand von Random House leerer, die Interviews waren geführt, Bekanntschaften geschlossen oder erneuert worden und die ersten Autoren auch schon verschwunden. Ich wechselte noch ein paar Worte mit Sebastian Rothfuß, traf dann auf Lotta von Lotta liest, lungerte mit Mandy von Buchblog um die Ecke und Büchergöre Sandra noch eine Weile am Stand herum, bevor wir beschlossen gemeinsam weiter zu ziehen.

Lotta liest

Die Idee, ein kleines Interview zu führen, fand ich am Ende also doch nicht so schlecht. So haben viele von uns neue Autoren kennen gelernt oder sich vielleicht sogar mal mit einem anderen Genre beschäftigt.
Einen allgemeinen Messebericht gibt es natürlich auch.

© Tintenelfe

8 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Mareike von Herzpotenzial
    Nov 02, 2015 @ 22:11:18

    Kate Morton war da??? Warum hab ich das gar nicht mitbekommen?! Ich mag sie so😦

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  2. buecherloeweuecher Loewe
    Nov 01, 2015 @ 13:57:47

    Ein sehr schöner Messebericht, der auch mir das schöne Bloggertreffen noch mal vor die Augen gezaubert hat😉
    Ich fand die Idee mit dem Interview auch gar nicht so schlecht, auch ich kann meine Interview Partnerin so gar nicht und habe mich aber dadurch im Vorfeld doch auch mit ihr beschäftigt🙂
    Ich wünsche noch einen schönen Sonntag.
    LG Moni

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  3. irveliest
    Okt 31, 2015 @ 18:10:46

    Liebe Mona, ein ganz toller Bericht! Ich finde die Idee, zumindest den Beginn, so ein Treffen etwas zu organisieren, ganz gut! Und es hat ja dann auch prima geklappt. Boris Koch würde ich auch gerne mal „treffen“, wir mögen sein Kaninchenrennen-Buch sehr🙂 Finn hat ihn in Leipzig gesehen und das Buch signieren lassen.
    Liebe Wochenendgrüße, Heike

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  4. Tintenelfe
    Okt 30, 2015 @ 11:53:15

    Wenn ich müsste, würde ich aus Prinzip nicht mögen.😉

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  5. tinaherrlich
    Okt 30, 2015 @ 11:23:55

    Das hört sich ja echt nach einer Erfahrung der „besonderen Art“ an. Ein bisschen wie Deutsch-Unterricht in der 8. Klasse („Wie führe ich ein Interview?“😉 ), aber auch gut organisiert und horizonterweiternd.🙂 Gerne wäre ich auch dabei gewesen, habe mich aber gar nicht erst angemeldet, weil es sehr schnell hieß, dass der Andrang total groß sei. Vielleicht dann beim nächsten Mal.🙂

    Toll, dass du Kate Morton getroffen und dich mit ihr unterhalten hast! Sie scheint ja wirklich sympatisch zu sein – und so eine schöne Frau.🙂 „Der verborgene Garten“ besitze ich als Hörbuch – eine sehr unterhaltsame, schöne Geschichte.🙂

    Ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende!

    Lieben Gruß von Tina

    P.S.: Vielleicht hast du am WE ja mal Zeit, dir Gedanken über dein Lebensmotto zu machen – ist schließlich super-wichtig, dass man eins hat, oder?! *hihi*

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  6. tomorgel
    Okt 30, 2015 @ 10:22:05

    Soll ich jetzt gemein sein?😀
    Der Preis für die Orgel-Brüder war 2013.😉
    Ist aber ehrlich gesagt nicht wichtig.

    Kleine Anmerkung einfach: Der Titel der Serie „Orks vs. Zwerge“ war nicht von uns, sondern vom Verlag. Er hat einige Leute angelockt, die klassische Völkerfantasy erwartet haben (und dann zum Teil enttäuscht waren, dass sie keine bekommen haben) und er hat leider einige Leute verschreckt (weil sie eben klassischen Völkerfantasy erwartet haben), obwohl sie vielleicht die eigentliche Zielgruppe gewesen wären.
    Wir hoffen jetzt, dass die komplett Ork-und-Zwerge-freien Blausteinkriege einige Leute auf den Geschmack bringen. Denn ganz ehrlich gesagt: die Blausteinkriege sind gar nicht so weit entfernt von OvZ. Wir sind den Themen Rassismus, Unterdrückung, Ausbeutung und kulturelle Differenzen treu geblieben – sowie dem Konzept, dass es eben kein schwarz-weiß, kein absolutes Böse oder Gut gibt, sondern nur jede Menge Grau.

    Davon aber abgesehen: „Orks, Elfen, Zwerge, Gnome – davon gab es doch schon jede Menge.“ – Ja und? Das gilt erst recht für Menschen – und trotzdem beschwert sich niemand über das nächste Buch, in dem welche vorkommen.😉

    Danke für den Messebericht! Und eine schöne Restwoche!

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    • Tintenelfe
      Okt 30, 2015 @ 11:13:22

      Lieber Tom,

      na, das habe ich ja mal wieder gut hingekriegt. Dabei hattest du (oder dein Bruder?) mir das mit dem Phantastikpreis extra in der Leseprobe zu den „Blausteinkriegen“ angemarkert. Nur das Jahr stand nicht dabei und ich hab falsch geraten.😉
      Inzwischen dürftet Ihr ja genug von mir Meckertante haben, nachdem ich auch noch auf Twitter schrieb, dass ich blutige Kampfszenen einfach überfliege, weil mich mehr interessiert, wer überlebt als wie weit der Kopf fliegt. Das ist nicht böse gemeint, ich habe auch „Baldurs Gate“ mit dem „Drizzt-Cheat“ gespielt, weil mich das Kämpfen langweilt, auch wenn die Story gut ist. Selbst beim Pen & Paper hoffe ich, dass die Kämpferei schnell vorbei ist und die Story weiter geht.

      Zur klassischen Völkerfantasy: Es ist letztendlich das, was ich gemeint habe. Es gab einen regelrechten Boom mit „Die Zwerge“, „Die Elfen“, Die Orks“, „Die Goblins“, „Die Trolle“ – das war anfangs toll und gerade „Die Zwerge“ fand ich saugut. Aber irgendwann habe ich festgestellt, dass ich die meisten der Bücher wenn angefangen, dann irgendwann abgebrochen habe. Warum weiß ich nicht mehr. Mehr Blut und Schlachten (im doppelten Sinne) als Story vielleicht? Ich weiß es wirklich nicht mehr. Jedenfalls habe ich in Folge Bücher mit diesen Titeln nicht mehr gelesen. Und nach Band vier der „Zwerge“ war für mich auch Schluss, weil ich total enttäuscht war.
      Ich habe gar nichts gegen Zwerge, Elfen, Trolle etc., die gehören in der klassischen Fantasy auf jeden Fall dazu. Es sind die Titel der Bücher, die letztendlich alle gleich klangen, auch wenn sie Unterschiedliches gemeint haben und sich im Inhalt und der Story natürlich auch voneinander unterscheiden.

      Wahrscheinlich habe ich jetzt alles nur noch schlimmer gemacht. Ich bin ganz gut darin, mich selbst reinzureiten. Vielleicht muss ich die „Blausteinkriege“ ja doch noch lesen. Auch wenn es eine Trilogie ist und man beim zweiten Band Gefahr läuft, Details vergessen zu haben.😉

      Liebe Grüße
      Mona

      Liebe Grüße

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      • tomorgel
        Okt 30, 2015 @ 11:35:21

        Hi nochmal.
        Na, das muss dann mein Bruder gewesen sein. Ich habe nirgendwo was markiert.
        Was heißt „genug haben“? Ich finde das durchaus berechtigte Einwände.

        Stephan und ich sind nur eben (wie viele der neueren Autoren der ja eher düsteren „grim&Gritty“-Fantasy der Ansicht, dass Krieg und Kampf nicht „disneyfiziert“ und damit verharmlost gehören. Wer kämpft, muss auch mit den Resultaten leben, die hässlich, unappetitlich, übelriechend, grauenvoll und ganz und gar nicht heroisch sind. Die in den 80ern und 90ern so gern verwendete Technik der Verharmlosung, in der Helden im Laufe eines Buches Hunderte von Leuten töten, das aber immer „off-screen“-lapidar wird der Hässlichkeit des Kriegs und des Tötens nicht gerecht und heroisiert die falschen Menschen (oder nicht-Menschen).
        Krieg ist hässlich und trifft am Ende meist die Falschen. Und auch die „Guten“ sind eigentlich Monster, wenn man wirklich sieht, was sie tun, um „gut“ zu sein. Das darf ruhig zu sehen sein.

        Aber das ist eben nur eine Ansicht.
        Ich denke, da hast du schon ganz gut daran getan Orks vs. Zwerge nicht zu lesen, denn besonders der Erste Band spielt nun mal vollständig während einer einzigen großen Schlacht und ist vor allem als Antikriegs-buch im in der Tradition von Antikriegsfilmen wie Apocalypse Now oder Full Metal Jacket zu sehen.
        Wichtig ist uns nur, dass wir das Schlachten nie um des Schlachtens willen verwenden, sondern immer nur dann, wenn es der Geschichte dient. Ich hoffe, das ist uns meist auch gelungen.

        Letztendlich sind die Völkerfantasytitel (über die ich mich, lange vor „Orks vs. Zwerge“, auf meinem eigenen Blog selbst lustig gemacht habe. Ich betrachte das als Ironie des Schicksals) eine reine – und hervorragend funktionierende – Marketingstrategie, die weit mehr Leser anspricht als abhält, und für die wir daher auch dankbar sind, denn ohne das hätten wir mit unserem Debut sicherlich nie so viele LEser erhalten. Und das wir sie jetzt mit dem, was wir schreiben davon überzeugen müssen, dass wir eben mehr schreiben, als nur Stangenware – das ist ja jetzt unsere Aufgabe.

        Wie gesagt – du musst gar nix. Auch nicht mögen. *g*
        Aber du kannst gern, wenn du willst. Auch Fragen stellen, wenn welche auftauchen.

        Beste Grüße,
        Tom

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