Rose Snow: Unter uns nur Wolken [Rezension]

 

Cover_Unter uns nur Wolken_dunkel

 

Nach der Trennung von ihrem Freund steht Ani mit leeren Händen auf der Straße. Zu ihrer klammernden Mutter will sie nicht, eine eigene Wohnung hat sie nicht. Da kommt es wie gerufen, dass sie ein Gespräch belauscht, in dem sie erfährt, dass Tom für seinen dementen Großvater eine Pflegekraft sucht – der Schlafplatz scheint gesichert. Doch Florian stellt sich als harter Brocken heraus. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln macht er Ani das Leben schwer und versucht, die neue Pflegekraft wieder loszuwerden. Doch so schnell wirft Ani die Flinte nicht ins Korn…

Kannte ich bisher nur die witzig-rasanten Chick-lit-Romane des Autorenduos Rose Snow, so wurde ich mit „Unter uns nur Wolken“ mit einem eher ernsten Thema überrascht.
Toms Großvater Florian leidet an Alzheimer und muss betreut werden, da er sonst eine Gefahr für sich selbst darstellt. Tom arbeitet nachts in seiner eigenen Bar, deren Erfolg gerade am Anfang steht. Und dann ist da Anika, genannt Ani, die schon seit frühester Kindheit auf sich selbst gestellt ist und sich doch nichts sehnlicher wünscht als Liebe und Geborgenheit zu erfahren. Bei Noah, ihrem gerade-eben-Ex konnte sie die nicht erwarten. Vielmehr musste der erfolglose Schauspieler sich seine Bestätigung in anderen Betten suchen.

Ani, die im Leben schon viel mitgemacht hat, lässt sich von dem mürrischen Alten nicht verschrecken. Weder von vorgetäuschten Einnässepisoden noch von fiesen Sticheleien, die so mancher Pflegerin die Tränen in die Augen getrieben hätten. Ani wehrt sich mit Witz, Schlagfertigkeit und einer Selbstverständlichkeit, die auf Bodenhaftung und einer weiten Seele fußt. Sagte ich „wehrt sich“? Nein, eigentlich nimmt sie Florian als ebenbürtig wahr, akzeptiert seine Abwehr gegen die Unselbstständigkeit und arrangiert sich, ohne ihre Pflichten und ihre Selbstachtung zu vergessen.

So besteht ein großer Teil des Romans aus dem Schlagabtausch zwischen Ani und Florian. Das Ballett, das Ani und der alte Mann tanzen, führt an die Grenzen des Ertragbaren. Oft fragt man sich, warum Ani nicht alles hinschmeißt, warum sie sich von einem fremden Mann schikanieren lässt, doch dann wird einem wieder bewusst, dass das junge Mädchen nichts zu verlieren hat. Tom, der attraktive Enkel mit der Bar, spielt als Protagonist die zweite Geige und überlässt Ani und Florian die Bühne, auch wenn schon bald klar wird, dass sich hier etwas anbahnt.

„Unter uns nur Wolken“ ist ein einfühlsamer Roman, der vor allem mit Witz und Charme berührt. Der Einfallsreichtum und die verblüffende Schlagfertigkeit von Ani und Florian suchen ihresgleichen und verleihen der Geschichte eine Leichtigkeit, die mit dem ernsten Thema Alzheimer und Pflegebedürftigkeit konkurriert und das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen machen.

© Tintenhain

Autorenseite
4 Tintenfässchen

Rose Snow: Unter uns nur WolkenCover_Unter uns nur Wolken_dunkel

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Rezensionsexemplar

 

 

 

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