Hilary Freeman: Mein schönes falsches Leben [Rezension]

Cover (c) Loewe Verlag

„Hi, hier ist Ella. Seit ich heute Morgen aufgewacht bin, ist alles total seltsam. Mein Zimmer ist plötzlich rosa, meine Mum hat weiße Haare und ich sehe auch nicht mehr ganz so aus wie sonst. Ich bin mir nicht mal sicher, ob das hier mein Handy ist. Hilfe!!!“
Ellas Leben ist über Nacht zur wandelnden Katastrophe mutiert. Nichts ist mehr wie es war und doch irgendwie ähnlich. Verzweifelt versucht Ella herauszufinden, was geschehen ist und wünscht sich sehnlichst ihr altes Leben zurück.

Was für ein Alptraum! Stell dir vor, Du wachst eines Morgens auf und alles ist anders und doch irgendwie gleich. Die Menschen, die du kennst, verhalten sich plötzlich merkwürdig. Deine beste Freundin ignoriert dich, dafür hast du zwei neue Freundinnen, mit denen du überhaupt nichts anfangen kannst. Dein Freund guckt dich an als seist du das achte Weltwunder und ehrlich gesagt, wenn du in den Spiegel schaust, denkst du das auch. Die Haare blond und lang, ungeschminkt und bunte Klamotten im Schrank. Und das, wo du eigentlich einen schwarzen Bubikopf wie Stummfilmstar Louise Brooks hast, dunklen Eyeliner und nur schwarze Klamotten trägst. Aber auch cool, deine Eltern sind nicht geschieden und du bist Klassenbeste, sogar in Mathe. Doch wie soll man ein Leben bestehen, das man gar nicht führt? Wie in Mathe und Physik durchkommen, wenn man sich eigentlich nur mit Filmen auskennt? Und dann ist da noch die alte Frau, die immer wieder auftaucht und die irgendetwas mit deinem alten Leben zu tun haben muss.

Ella ist in einer Parallelwelt gelandet, es muss einfach so sein. Mit Hilfe ihres Nachhilfelehrers Daniel kommt sie zu der Überzeugung, dass etwas schrecklich schief gelaufen sein muss. Das Thema Parallelwelten wird interessant aufbereitet und geschickt eingewoben. Auch die physikalischen Erklärungen sind plausibel und verständlich. Ganz anders als zum Beispiel bei der locker-leichten und witzigen „Zimt und weg“-Reihe wird das Thema ernsthaft betrachtet und Konsequenzen aufgezeigt. Keine lustige Springerei zwischen verschiedenen Welten, sondern der Supergau! Es ist spannend zu verfolgen wie Ella einen Weg aus ihrem Dilemma sucht. Doch kann es überhaupt einen Ausweg geben?

Ella als Ich-Erzählerin überzeugt in ihren Gedanken, ihren Ängsten und ihrer Verzweiflung. Es dauert eine Weile bis sie dem Geheimnis der Alten, der sie immer wieder auf der Straße begegnet, auf die Spur kommt. Nach und nach vervollständigt sich das Bild, wie es zu dem Parallelsprung kommen konnte. Doch die Lösung, die sich durch Daniel andeutet, ist erschreckend konsequent. Daniel ist eine geheimnisvolle und gleichzeitig merkwürdige Schlüsselfigur. Er sorgt für Sicherheit und Unsicherheit zugleich. Das Ende des Romans enthält meiner Meinung nach nicht, wie im Klappentext angekündigt einen „überraschenden Twist, der einem den Atem raubt“, dafür aber eine glaubwürdige und konsequente Lösung, die den Leser rundum zufrieden zurück lässt.

Für „Mein schönes falsches Leben“ hatte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Die Story an sich hätte genug Potenzial. Am Ende ist es eher eine gelungene und gut umgesetzte, philosophische Betrachtung darüber, wie Entscheidungen unser Leben beeinflussen und was hätte sein können.

© Tintenhain

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Hilary Freeman: Mein schönes falsches Leben

Cover (c) Loewe Verlag

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Loewe (13. März 2017)
Originaltitel: When I was Me by
Übersetzung aus dem Englischen: Ulrike Köbele
ISBN-10: 3785584482
ISBN-13: 978-3785584484
Altersempfehlung: ab 13 Jahren
Preis: € 14,95 [D]
Kaufen und kostenlos liefern lassen: Buchhandlung Graff (kein Affiliate-Link)
Rezensionsexemplar

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