Rafik Schamis „Der Wunderkasten“ – Ein orientalischer Schatz für jedes Bücherregal

Cover (c) Edition Bracklo

„Es war einmal ein Hirtenjunge, der hieß Sami. Er war – wie ihr seht – schöner als der Mond und mutiger als ein Panther. Aber er war arm wie ein Bettler. Eines Tages, als er gerade die Schafe und Ziegen seiner Herren zur Dorfquelle führte, erblickte er die junge Leila. Schöner als eine Rose  und anmutiger als eine Gazelle war sie. Voll Bewunderung blieb Sami stehen und starrte sie an. Da drehte Leila sich um und bat ihn mit leiser Stimme, ihr doch zu helfen und den schweren Wasserkrug auf ihre Schulter zu heben.

Bei Allah, Kinder, ich sage euch, natürlich konnte Leila ihren Krug auch selbst hochheben, aber sie mochte Sami schon seit langem und wollte endlich mit ihm sprechen.“

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Gabriella Engelmann: Hundert Jahre ungeküsst – Dornröschens bittersüße Liebesgeschichte [Rezension]

Cover Hörbuch

Inhalt:
Matthias und Eva Dorn freuen sich über die neugeborene kleine Rosalie. Zu einer Willkommensparty laden sie alle ihre Freunde ein, um mit ihnen den neuen Erdenbürger zu begrüßen. Auch Evas alte Freudnin Hetta kommt, zum großen Erstaunen der frischgebackenen Eltern jedoch wutentbrannt. Hetta, die sich in den schwarzen Künsten übt, verflucht das kleine Mädchen: An ihrem siebzehnten Geburtstag soll sie an einem Stich sterben. Rosalies Patentante Kassandra versucht das Neugeborene mit einem Amulett vor dem Schlimmsten zu bewahren und mildert den Fluch. Ob es ihr gelingen wird?
Knapp siebzehn Jahre später steht Rosalie Dorn, die zu einem hübschen, lebenslustigen Mädchen herangewachsen ist, am Beginn ihrer Ausbildung im Hotelwesen. Zum ersten Mal wohnt sie ohne die Überwachung ihrer Eltern in einer eigenen Wohnung. Höchstes Glück, auch wenn es dort spukt. Als Rosalie der Sohn der Hotelbesitzer, René Prinz über den Weg läuft, ist es um beide geschehen. Sie verlieben sich auf der Stelle ineinander. Wird René Rosalie vor ihrem Schicksal bewahren können?

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Jodi Picoult, Samantha van Leer: Mein Herz zwischen den Zeilen [Rezension]

Cover (c) Basteil Lübbe

Inhalt:

»Hilf mir« – Deliah kann es kaum fassen, als sie diese Nachricht in ihrem Lieblingsbuch findet. Offensichtlich hat Oliver, der umwerfend gut aussehende Prinz der Geschichte, die Bitte speziell für sie hinterlassen. Und tatsächlich: Schnell stellen die beiden fest, dass sie über die Grenzen der Buchseiten hinweg miteinander sprechen können. Doch das reicht ihnen schon bald nicht mehr aus. Oliver ist schon lange genervt von seinem Märchen, das er immer wieder durchspielen muss, sobald ein Leser das Buch aufschlägt. Und er findet Gefallen an Deliah, die so anders ist als die langweilige Prinzessin Seraphima, die er sonst immer küssen muss. Da ist es doch klar, dass er endlich zu ihr will! Und Deliah: Die hat sich längst Hals über Kopf in ihren Märchenprinzen verliebt. Und ist begeistert von der Idee, Oliver aus dem Buch herauszuholen. Doch wie können die beiden es schaffen, die Grenzen zwischen ihren so unterschiedlichen Welten zu überwinden? (Klappentext © Lübbe Verlag)

 

Eine originelle Idee: Liest man ein Buch, so machen die Figuren darin, was ihnen durch den Autor vorgeschrieben wird. Klappt man es zu, so entwickeln sie ein Eigenleben und können abseits vom Drehbuch machen, was sie wollen. Alle sind damit zufrieden, nur Oliver, der gut aussehende Prinz des Märchens, verlangt nach mehr. Liegt es daran, dass die Fee im Märchen ihm wünscht „zu leben“? Deliah, ein richtiger Bücherwurm und voller Fantasie, kommt da gerade recht, nicht zuletzt, weil sie sich sowieso schon längst in den Bücherhelden verliebt hat. Mehr

Gabriella Engelmann: Goldmarie auf Wolke 7 [Tintenspritzer]

Cover Goldmarie auf Wolke 7 (c) Arena Verlag

Inhalt:
Marie schwebt auf Wolke 7, als sie einen Job im Laden Traumzeit ergattert. Traumhaft ist vor allem auch der Ire Dylan, den sie dort kennen lernt. Dann geschehen plötzlich viele magische Dinge, die Marie sich nicht erklären kann. Die mysteriöse Nives spinnt ihre Schicksalsfäden und im Leben von Marie und ihrer Stiefschwester Lykke ist bald nichts mehr, wie es einmal war.

 

Märchenhafte Romantik verspricht dieses Jugendbuch und trotz meines Faibles für Märchen und Märchenadaptionen konnte es leider meine Erwartungen nicht erfüllen. Zwar gelingt es der Autorin, das Märchen von „Frau Holle“ in unsere heutige Zeit zu übertragen und dabei Romantik und Gefühl zu vermitteln, doch so richtig konnte ich mich nicht fallen lassen. Möglicherweise lag dies an den Zwischenkapiteln, die in einer magischen „Feenwelt“ spielen, wo Frau Holle und ihre Helferinnen darüber diskutieren, wie sie in die Geschicke der Menschen eingreifen möchten. Dadurch war grundsätzlich die folgende Handlung vorweg genommen. Mehr

Diana Menschig: So finster, so kalt [Rezension]

Cover So finster, so kalt (c) Droemer Knaur Verlag

 

 

Inhalt:
Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerklärliche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes’ Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte. (Klappentext)

Als begeisterte Märchenleserin hat mich dieses Buch auf den ersten Blick angesprochen. Zwar mochte ich die Autorin Diana Menschig bereits durch den Fantasy-Roman „Hüter der Worte“ (Rezension), jedoch war es vor allem der Märchenbezug ihres neuen Romans „So finster, so kalt“, der mich das Buch gleich vom Fleck weg auf der Buchmesse kaufen ließ. Die Frauen aus meinem „Buchclub“ waren auch gleich angefixt, so dass der Roman als nächste gemeinsame Lektüre festgelegt wurde. Die autorenbegleitete Leserunde auf Leserunden.de kam mir nun gerade recht, um das Buch mit anderen zusammen zu genießen. Mehr

Bruderliebe (Kathrin Lange, Stefanie Heindorf) [Rezension]

Es ist schon eine Weile her, da fragte Olaf von den Buchschätzern, ob wir nicht Lust auf eine Wohnzimmerlesung mit einer befreundeten Autorin hätten, die gerade ihr Buch „Bruderliebe“ herausgebracht hatte. Eine Interpretation eines Märchenstoffes sollte es sein, was bei mir schon mal per se Interesse hervorrief, da ich Märchen bis heute sehr liebe und schätze. Die Idee fand also Anklang, aber irgendwie wurde dann doch nichts daraus. Als ich das Buch nun bei Blogg Dein Buch entdeckte, erinnerte ich mich wieder daran und hatte Glück… in doppelter Hinsicht.
Cover

Theresia, ein junges adliges Mädchen, wächst gut behütet und von der Außenwelt abgeschottet auf. Ihre Stiefmutter Henriette achtet darauf, dass kein Mann ihr zu nahe kommt, denn nie soll Theresia das gleiche Leid geschehen, das ihr einst selbst widerfuhr. Doch das junge Mädchen setzt seinen Willen durch und darf am Karfreitag erstmals mit zum Kirchgang ins Dorf. Dort begegnet sie Sebastian von Langenthal und der Gedanke an ihn lässt sie nicht mehr los. Mit Hilfe des wissbegierigen Jungen Clemens und ihrer Zofe Marie gelingt es Theresia und Sebastian sich gegen den Willen Henriettes zu treffen.
Als Henriette von der heimlichen Liason erfährt, zieht sie ihren letzten Trumpf und entwickelt einen perfiden Plan.

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Lesung: „Grrrimm“ von und mit Karen Duve

Was dachten eigentlich die sieben Zwerge, als Schneewittchen einfach so in ihrer Hütte auftauchte? Und kann es gut gehen, wenn man gerade aus einer Ohnmacht erwacht und ohne zu Zögern den Heiratsantrag eines unbekannten Prinzen annimmt?

Cover Grrrimm - Duve

Diese und andere Fragen stellte sich Karen Duve schon viele Jahre und nun hat sie einige der Grimmschen Märchen einfach aus anderer Sicht erzählt. In ihrem neuen Buch „Grrrimm“ lüftet einer der Zwerge das Geheimnis, wer wirklich bei Schneewittchen an der Tür geklopft hat, wenn die Zwerge außer Haus waren und Rotkäppchen muss entdecken, dass ihre Großmutter ein Werwolf ist. Eigentlich auch logisch, oder habt Ihr eine Erklärung dafür, dass Rotkäppchen beim Anblick eines Wolfsgesichts denkt, dass es sich um ihre Großmutter handelt?

Kurzweilig und lebendig präsentierte Karen Duve während einer gut besuchten Lesung in der Buchhandlung Graff ihr neues Buch, das in einer wunderschönen Aufmachung daher kommt und es gar nicht nötig hat, „scheu in den Buchhandlungen herumzuliegen“. Ganze fünf Märchen hat die Autorin darin neu geschrieben und mit einem wunderbaren Humor erzählt.

Karen Duve bei Graff
© mit freundlicher Genehmigung von
Olaf von den Buchschätzern. Danke!!!

Im Anschluss an das Märchen vom Schneewittchen und einem Auszug aus einer blutrünstigen Werwolf-Vampir-Wiedergänger-Version vom Rotkäppchen, beantwortete Karen Duve ausführlich die zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Dabei berichtete sie auch, dass das Grimm-Thema sie durchaus noch beschäftigt und wir uns in Zukunft auf ein Buch über Wilhelm Grimm freuen können. Beim abschließenden Signieren nahm sie sich auch Zeit für den persönlichen Austausch mit ihren Lesern.

Es war ein unterhaltsamer Abend und Karen Duve, von der ich bis dahin nur den „Regenroman“ kannte und die ich zum ersten Mal bei einer Lesung erlebt habe, wirkte auf mich sehr sympathisch und authentisch.

Signatur Karen Duve

Grrrimm – Karen Duve
Verlag Galiani Berlin
ca. 180 Seiten
Leinenband, besonders schön ausgestattet,
mit Lesebändchen und farbigem Vorsatz
Vignetten von Kat Menschik
Euro 18,99 (D) | sFr 27,90 | Euro 19,60 (A)
ISBN 978-3-86971-064-8

© Tintenelfe

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