Ein Tal in Licht und Schatten – Südtirol im Ersten Weltkrieg [Blogtour Bella Italia]

bellaitalialogo

Ich freue mich sehr, in diesem Jahr Teil der interessanten und vielfältigen Blogtour „Bella Italia“ sein zu können, die von Silvia und Astrid vom Blog Leckere Kekse ins Leben gerufen wurde. Die bisherigen Beiträge fand ich toll und ich habe lange überlegt, was ich dazu beitragen kann. Entschieden habe ich mich dann für Südtirol, einen ganz besonderen Landstrich Italiens und ein ganz besonderes Buch, das in der Zeit des Ersten Weltkriegs ebendort spielt.

Von Höhenangst keine Spur

Vor etwa einem Jahr war ich zum ersten Mal in Südtirol. Was für ein wunderschönes Stückchen Erde! Selbst ich, die Höhenangst hat, konnte den Bergen nicht widerstehen und beim Aufstieg konnte es schon mal passieren, dass ich vor lauter Ablenkung gar nicht merkte, wie hoch ich tatsächlich war. Nur die Fahrt über den Jaufenpass war für mich tatsächlich ein kleiner Horrortrip, den der Rest der Familie jauchzend genoss, während ich mich am Türgriff festklammerte und nicht wusste, ob ich die Augen besser offen oder geschlossen halten sollte.
Noch spannender allerdings war für mich die jüngere Geschichte Südtirols, mit der ich zum ersten Mal in Berührung kam. Auf unseren Wanderungen erzählte der Bergführer von Repressalien, die den Südtirolern durch die italienische Regierung auferlegt wurden. Von geheimen Schulen in Scheunen, in denen heimlich Deutsch gelehrt wurde, von Bombenanschlägen und ehemaligen Widerstandskämpfern im Exil, die auch heute nicht in ihrer Heimat bestattet werden dürfen, da die Regierung befürchtet, mit den Grabmalen Märtyrerdenkmale zu setzen. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass dieser Teil der Alpen, in dem die Menschen vorwiegend Deutsch und Ladinisch sprechen, zu Italien gehört? Mehr

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Lisa Moore: Das Glück hat vier Farben [Rezension]

Cover (c) Fischer Sauerländer

Seit sie denken kann, ist die sechzehnjährige Flannery in Tyrone verliebt. Aber wann genau ist aus ihrem Sandkastenfreund ein Rebell und der coolste Junge der Schule geworden? Flannery, die sich oft in den Erinnerungen daran verliert, wie einfach früher alles war, beobachtet mit Erstaunen, wie die Welt um sie herum immer schneller kreist. Doch dann kommt ihr für ein Schulprojekt eine folgenreiche Geschäftsidee: Sie fertigt Liebestränke für die Mitschüler an – und ein regelrechter Hype wird ausgelöst. Plötzlich geht das Gerücht um, dass die bunten Mixturen tatsächlich wirken … (Klappentext)

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Owen Sheers: I Saw a Man [Rezension]

Isawaman

Nach dem Verlust seiner Frau, die bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben kam, zieht Michael voller Trauer in einen Londoner Vorort. Die Nachbarn, eine nette Familie mit zwei Töchtern, verkörpern alles, was Michael glaubt, nie mehr erlangen zu können. Es entwickelt sich schnell eine enge Freundschaft, Michael geht in dem Haus ein und aus. Als Michael eines Tages die Hintertür des Nachbarhauses offen stehen sieht, betritt er das Haus im Glauben, dass niemand darin ist. Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf und nichts wird mehr so sein wie es war.

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Sue Monk Kidd: Die Bienenhüterin [Rezension]

Cover (c) btb Verlag

Inhalt:
Die vierzehnjährige Lily Owens lebt mit ihrem verbitterten, mitleidlosen, zuweilen gewalttätigen Vater in einem kleinen Ort in South Carolina. Es ist das Jahr 1964, die Zeiten sind im Umbruch, der Civil Rights Act tritt in Kraft. Lily leidet sehr unter dem Verlust ihrer Mutter, die vor zehn Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Ein Unfall, an dem sich das junge Mädchen in der Schuld sieht. Geblieben ist ihr nur ein Foto und ein rätselhaftes Marienbild. Der einzige Mensch, der ihr ansatzweise Liebe entgegenbringt, ist das farbige Hausmädchen Rosaleen. Als diese beschließt, von ihrem neuen Recht, sich ins Wählerverzeichnis einzutragen, Gebrauch zu machen, kommt es zu einem Zwischenfall. Rosaleen landet im Gefängnis. Mit dem Mut der Verzweiflung bricht Lily mit ihrem bisherigen Leben. Sie befreit Rosaleen und gemeinsam machen sie sich auf die Spuren von Lilys Mutter. Sie gelangen zur Bienenfarm dreier Schwestern, die sie herzlich aufnehmen, obwohl jede ihr eigenes Päckchen zu tragen hat. Für Lily beginnt eine traumhafte Zeit, in der nicht nur sie sich selbst finden wird.

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Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter [Rezension]

Cover (c) DVA Verlag

Inhalt:
Die junge Jean Louise kehrt in ihr Heimatstädtchen Maycomb zurück. Für die in New York lebende Frau mutet manches in dem verschlafenen Südstaatennest rückständig an und löst Erinnerungen an ihre Kindheit aus. Auch muss sie sich der Frage stellen, ob sie Jugendfreund Henry, mit dem sie so viele Erinnerungen teilt, heiraten möchte. Als sie heimlich eine Sitzung der Maycomber Bürgerschaft belauscht, bricht für Jean Louise eine Welt zusammen und sie steht vor einer schweren Entscheidung.

Anfang des Jahres wurde „Go Set a Watchman“, so der Originaltitel, als literarische Sensation gefeiert. Ein verschollenes Manuskript, das Jahrzehnte in einer Schublade lag. Das Manuskript, aus dem nach einer sehr starken Überarbeitung und Veränderung der amerikanische Klassiker „Wer die Nachtigall stört“ (Rezension) entstanden ist. Alle Welt wartete auf die Veröffentlichung des Buches, dem bereits vor Veröffentlichung kritische Stimmen entgegen schlugen.

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Miranda Beverly-Whittemore: Bittersweet [Rezension]

Cover (c) Suhrkamp

 

Inhalt:
Ev Winslow ist reich, beliebt und wunderschön. Alles, was ihre College-Zimmergenossin Mabel nicht ist. Umso mehr freut sich Mabel, als Ev sie einlädt, den Sommer mit ihr in Bittersweet zu verbringen, ihrem eigenen Ferienhäuschen auf dem Landsitz der Winslows in Vermont. Mabel genießt die windzerzausten Segeltörns, das mitternächtliche Schwimmen, Sommerfeste unterm Sternenhimmel, an dem ein Feuerwerk strahlt. Bevor sie weiß, wie ihr geschieht, hat sie alles, wovon sie je geträumt hat: Freunde, die erste Liebe, und zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, dazuzugehören. Doch auf die ungetrübten, flirrenden Tage fällt ein Schatten, als Mabel eine schreckliche Entdeckung macht, und sie entscheiden muss, ob sie aus dem Paradies vertrieben werden will – oder die dunklen Geheimnisse der Familie bewahrt, um endlich eine der ihren zu werden.
Eine strahlende Familie, die das eigene Dunkel in den Abgrund reißen kann: Bittersweet erzählt von einer scheinbar idyllischen, glamourösen Welt und dem Wunsch einer Außenseiterin, Teil dieser Welt zu sein. Um jeden Preis. (Klappentext)

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Harper Lee: Wer die Nachtigall stört [Rezension]

Cover (c) Rowohlt Verlag

Inhalt:
Die Geschwister Scout und Jem wachsen im Alabama der 1930er Jahre auf. Fasziniert vom geheimnisvollen Nachbarn Boo Radley, ersinnen sie immer wieder gemeinsam mit dem Freund Dill Spiele, um den menschenscheuen jungen Mann herauszulocken. Währenddessen haben die Erwachsenen andere Probleme. Der Vater der Geschwister, Atticus Finch, wird als Pflichtanwalt für den jungen Schwarzen Tom Robinson bestellt. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben. Zu Unrecht, wie Atticus überzeugt ist. Doch wird er entgegen Hass und Vorurteilen der Gerechtigkeit Genüge tun können? Mehr

Volker Klüpfel / Michael Kobr: Herzblut [Rezension]

Cover (c) Droemer Knaur Verlag

Inhalt:
Kluftinger ist sich sicher: Bei einem anonymen Handyanruf, der ihn ausgerechnet während einer der gefürchteten Pressekonferenzen seines Chefs erreicht, wird er Zeuge eines Mordes. „Alpträume von zu viel Schweinsbraten“, tun seine Kollegen diesen Verdacht ab. Kluftinger ermittelt auf eigene Faust und findet am vermeintlichen Tatort jede Menge Blut, aber keine Leiche. Da überschlagen sich die Ereignisse: Mehrere brutale Mordfälle, anscheinend ohne Zusammenhang, erschüttern das Allgäu. Als dann doch noch der Großteil des abgängigen Toten auftaucht und Kluftinger endlich herausfindet, was all die Verbrechen verbindet, ist es fast schon zu spät …
Dabei steht er auch privat unter Druck: Seit Tagen leidet er unter heftigem Herzstechen und befürchtet sofort das Schlimmste. Eine demütigende Untersuchung bei Erzfeind Doktor Langhammer scheint das zu bestätigen. Doch der Kommissar ist entschlossen, das Ruder noch einmal herumzureißen. Aber ob fleisch- und kässpatzenarme Ernährung und ein Yogakurs da die richtigen Mittel sind?

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Aravind Adiga: Der weiße Tiger [Rezension]

„Indien“ war das Thema unseres letzten Buchschätzer-Abends. Den Bericht dazu findet Ihr hier. Jede/r konnte sich ein Buch aussuchen, nur mit Indien sollte es zu tun haben. Ich habe einfach meine geliebte Bibliothek eine Auswahl treffen lassen und mich dann für „Der weiße Tiger“ von Aravind Adiga entschieden.

Cover Der weiße Tiger (c) dtv Verlag
Inhalt:
Balram – der »weiße Tiger« – kommt aus einem Dorf mitten in Indien. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Vom Steuer eines Honda City aus entdeckt Balram eine neue Welt. Alkohol, Geld, Mädchen und Macht – das Indien der Kakerlaken und Callcenter, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafés, der Wasserbüffel und des mysteriösen »weißen Tigers«, der vom Diener zum Philosophen, Unternehmer und schließlich zum Mörder wird. (Klappentext) Mehr

Florian Beckerhoff: Frau Ella [Tintenspritzer]

Cover (c) List Verlag

Inhalt:
Siebenundachzig Jahre alt ist Ella Freitag als sie am Auge operiert werden soll, völlig unnötig wie sie meint, denn immerhin spürt sie da doch gar nichts und außerdem ist die Liste der Risiken zu lang. Doch die Ärzte sehen das anders. Erst als sie in das Zimmer von Sascha verlegt wird, trifft sie jemanden, der meint, dass die Entscheidung bei ihr selber läge.

Kurzerhand beschließt Sascha, dass Frau Ella bei ihm zu Hause zunächst besser aufgehoben ist und in den folgenden fünf Tagen verändert sich vieles im Leben der beiden verschiedenen Menschen.

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Kurzweilig und amüsant beginnt die Geschichte um Sascha und Frau Ella, doch noch während man versucht herauszufinden, wohin das Ganze steuern wird, bekommt man das Gefühl, dass Steuermann Florian Beckerhoff das Ruder schon aus der Hand gegeben hat. Immer wenn man den Eindruck hat, die Personen endlich näher kennen zu lernen, entziehen sie sich wieder. Am ehesten bekommt man noch Zugang zu Frau Ella, die für das Althergebrachte, Beständige, die Kriegsgeneration, aber auch für langweiliges Spießertum und Vernunftehe steht. Sascha und seine Freunde sollen wohl das Gegenteil darstellen, zielloses Dahintreiben lassen, Konsum und Genuss, Abenteuer und der verzweifelte Drang, etwas Besonderes aus dem Leben machen und die große Liebe finden zu müssen.

Meinem Geschmack nach ist die Geschichte für dieses Thema zu hektisch. Eben noch im Krankenhaus, schon zu Hause bei Sascha, wird man von Szenario zu Szenario katapultiert. Florian Beckerhoff versucht, die Kluft zwischen den Generationen durch den jeweiligen Sprachstil der Personen zu verdeutlichen, schießt dabei aber manchmal über das Ziel hinaus. Sehr gut hat mir das durchgängige Kaffeethema gefallen, als Lebensart und Verbindungselement.

© Tintenelfe
August 2009 – Diese Kurzrezension wurde zuerst auf einem anderen Blog veröffentlicht.

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